Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden
Bernd-Christian Balz, Claudia Döpfner, Klaus Rainer Forthmann, Peter Grieble, Johannes Hoffmann, Claus F. Lücker, Konrad Ott, Lucia Reisch, Thomas Schardt, Gerhard Scherhorn, Hans-Albert Schneider
Bernd-Christian Balz, Claudia Döpfner, Klaus Rainer Forthmann, Peter Grieble, Johannes Hoffmann, Claus F. Lücker, Konrad Ott, Lucia Reisch, Thomas Schardt, Gerhard Scherhorn, Hans-Albert Schneider
Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden*)
Einführung
Der Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden zur ethischen Bewertung von Unternehmen wurde im Zusammenwirken von Ökonomen, Philosophen, Ethikern und Theologen entwickelt. Die Federführung lag bei Prof. Dr. Johannes Hoffmann, Sozialethiker am Fachbereich Katholische Theologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Konrad Ott, Lehrstuhl für Umweltethik der Universität Greifwald, und Prof. Dr. Gerhard Scherhorn vom Institut für Haushalts- und Konsumökonomik der Universität Hohenheim in Stuttgart. Regelmäßige Mitarbeiter waren Pfr. Dipl.-Theol. Claus F. Lücker, Frankfurt, Dr. oec. Lucia Reisch, Stuttgart und drei weitere Ökonomen, die über die Thematik der ethischen Fundierung der Geldanlage zugleich ihre Dissertationen geschrieben haben: Dipl.-Kfm. Dr. Bernd-Christian Balz, Frankfurt, Claudia Döpfner, M.A., Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Lehrstuhl für Sozialethik am Fachbereich Kath. Theologie der Universität Frankfurt, Dipl. oec. Peter Grieble, Stuttgart und Dipl.-Hdl. Hans-Albert Schneider, Frankfurt. Der vorgelegte Wertbaum hat Entwurfscharakter. Er ist nicht in allen Punkten vollständig ausdifferenziert, sondern in unterschiedlicher Tiefe ausformuliert. Auch sind einige Überschneidungen und Redundanzen stehengeblieben. Ob sie je vollständig vermieden werden können, muß die Erfahrung zeigen. Wir haben versucht, den vorliegenden Entwurf so weit voranzutreiben, daß seine Anwendbarkeit in der Praxis des ethisch-ökologischen Ratings sichtbar wird. Die von uns entwickelte Kriteriologie sollte weder zu vage noch zu komplex, aber hinreichend trennscharf und auch operationabel für die Bewertung von Unternehmen, Produkten, Dienstleistungen und Produktionsverfahren sein. Eine solche Kriteriologie gibt es bisher weltweit nicht. Wir versuchen die Lücke zu schließen.
Die Ausgangsthese
In unseren Überlegungen gehen wir von den folgenden Grundannahmen aus. Technikentwicklung, Wirtschaftssysteme, monetäre Strukturen fallen nicht vom Himmel. Es sind keine Mechanismen, denen wir einfach ausgeliefert sind. Die Strukturen und Systeme sind Ergebnis sozialer Prozesse in einer Kultur. Weil das so ist, besitzt auch die Kultur in ihrem Ordnungswissen die Kraft, den Ist-Stand von Wirtschafts- und Technikentwicklungen zu verändern, wenn dieser Zustand von immer mehr Menschen als unbefriedigend oder gar zerstörerisch erfahren wird und wenn durch ihn die natürlichen und die sozialen Lebensgrundlagen gefährdet erscheinen.
Es mehren sich die Stimmen, die der Ansicht sind, daß Wirtschaftswachstum nicht mehr der Wohlstandsmehrung der Menschen dient, sondern eher zum Selbstzweck avanciert ist, der vornehmlich der Vermehrung der Geldvermögen dient. Nach dem neuesten Bericht des Club of Rome hat das dazu geführt, daß "die Grenzen des Wachstums möglicherweise schon längst überschritten sind und daß sich die Welt schon seit einigen Jahren in einem Zustand der Degenerierung befindet" (Frankfurter Rundschau, 1.6.95, S. 22). Dies gilt im nationalen, europäischen sowie auch im globalen Maßstab. Daher wächst das Bewußtsein, daß alle gesellschaftlichen Kräfte mobilisiert werden müßten, um jenen kulturellen Druck zu erzeugen, der die soziale Marktwirtschaft befähigt, zwischen Liberalismus und Sozialismus, zwischen Konkurrenz und Solidarität und zwischen Ökonomie und Ökologie zu vermitteln. Sicher ist nicht von heute auf morgen eine grundlegende Änderung unseres Wirtschaftssystems zu erreichen. Aber es könnten Geldflüsse in Kanäle gelenkt werden, die zu kleinschrittigen Veränderungen des Normalbereichs führen und für Innovationen sorgen, die die mit unserem Wirtschaftssystem einhergehenden destruktiven Potentiale unter Kontrolle bringen und für die Entwicklung einer sozial-, natur- und kulturverträglichen Produktions- und Wirtschaftsweise Impulse geben.
Aus diesen Überlegungen ergab sich für uns folgende Problemstellung. Bisher legen die großen Rating-Agenturen, wie Standard & Poor's, Moody oder Euro-Ratings für die Bewertung von Aktien / von Unternehmen u.a. als Kriterien "Bonität", "Rentabilität", "Transaktionskosten", "Laufzeit" und "steuerliche Aspekte" zugrunde. Inzwischen ist aber auf dem Hintergrund kulturellen Drucks bzw. sozialer Bewegungen das Interesse angewachsen, Geld auch unter ethischen Rücksichten anzulegen. Immer mehr Menschen gehen offenbar von der Prämisse aus, daß Eigentum verpflichtet und daß ethisch begründete Geldanlagen ein Instrument sein können, dieser Prämisse Rechnung zu tragen und damit für wirtschaftliche Veränderungen zu sorgen, die ökologische und sozialverträgliche Technikentwicklungen hervorbringen (Roche, Hoffmann, Homolka, 1992).
Diese Tendenz, unter ethischen Rücksichten Geld anzulegen, hat insofern zusätzlichen Auftrieb erhalten, als die Überzeugung wächst, daß sich in Zukunft langfristig nur ethisch "saubere" Unternehmen am Markt überzeugend durchsetzen können und somit auch eine höhere Rendite als andere Anlagen abwerfen. Dies läge dann allein schon in der Tatsache begründet, daß zukünftige gesetzliche Regeln diese Unternehmen nicht treffen würden. Die Investoren werden dabei von Untersuchungen unterstützt, die nachweisen konnten, daß im Durchschnitt eine Geldanlage in ethischen Investments einen höheren Ertrag als in normalen Anlagen erbrachte. Bereits im Rahmen des Börsencrashs von 1987 hat sich dies für den US-amerikanischen Markt bewahrheitet. Denn bei keinem ethischen Investmentfonds ergaben sich Einbußen, im Gegensatz zu allen herkömmlichen.
Untersuchungen des Kapitalmarktes der BRD zeigten, daß die finanziellen Ergebnisse beispielsweise von ethischen oder ökologischen Investmentfonds mit denen ihrer konventionellen Fondskonkurrenten durchaus vergleichbar sind. So konnte ermittelt werden, daß im Zeitraum von April 1997 bis April 1998 der NAX (der aus 20 als ökologisch eingestuften Aktien besteht) mit der Entwicklung des MSCI (ein Index, der die Wertentwicklung des weltweiten breiten Aktienindex reflektiert) nicht nur Schritt halten konnte, sondern es zeigte sich sogar eine leichte Überlegenheit des NAX (Quelle: Bloomberg, Handelsblatt-Grafik). Dies gilt erst recht für den amerikanischen Kapitalmarkt.
Die Betrachtung einzelner ethischer oder ökologischer Investmentfonds ergab Ergebnisse, die teilweise weit besser waren als die vieler traditioneller Fonds. “Die Resultate einer großangelegten Studie des amerikanischen Social Investment Forums haben alle Erwartungen bei weitem übertroffen. Seinen großen Aufschwung erlebte das ethische Investment während den 80er Jahren, als dem Südafrika-Boykott weltweit von Konsumenten- und Investorenseite her Folge geleistet wurde. Über 90% der nach ethischen Kriterien geführten Fonds berücksichtigen drei oder mehr Kriterien. So nehmen positive Kriterien, die für die Unternehmen eher einen Motivationseffekt für Verbesserungen haben, heute in ethisch geführten Portefeuilles rapide zu” (Centre-Info News, S. 2).
Die Entscheidung für eine Kriteriologie kann außerordentlich folgenreich sein. Denn mit Hilfe eines ethischen Ratings können gerade bei kleineren und mittleren Unternehmen technische Innovationen angeregt und ihre Umsetzung gefördert werden, die allein und primär unter kurzfristig angesetzten ökonomischen Kriterien gesehen keine Chance hätten, d.h. es kommen dadurch technische Entwicklungen zum Zuge, die quer zum mainstream der gegenwärtigen Technisierung stehen. Dies hätte große Wirkung für eine umweltorientierte Unternehmensentwicklung und für einen vorbeugenden Umweltschutz.
Es gibt zahlreiche Belege dafür, daß gerade kleinere und mittlere Unternehmen das erforderliche kreative Potential und auch die Flexibilität besitzen, neue Wege für eine nachhaltige Entwicklung von Produkten, Produktionsverfahren und Dienstleistungen zu beschreiten, wenn dafür das erforderliche Anlagekapital zur Verfügung steht. Wir gehen davon aus, daß die Praxis der Geld- oder Kapitalanlage nicht moral-indifferent ist, sondern daß Investitions- und Anlageentscheidungen viel stärker als bisher unter moralischen Gesichtspunkten getroffen werden sollten. Die Begründung dieser normativen Prämisse braucht hier nicht zu erfolgen. Wir gehen ferner prognostisch davon aus, daß es für derartige Investitionen ein Marktsegment mit wachsender Nachfrage gibt, auf das die Anbieterseite (Banken, Investmentfonds) bislang nicht adäquat reagiert. Aus dieser Problemstellung heraus haben wir unseren Leitfaden entwickelt.
Die normative Zielsetzung bliebe natürlich auch dann ethisch richtig, wenn sich diese Prognose nicht bewahrheiten sollte. Denn es geht uns darum, mit moralischen Gründen Einfluß zu nehmen auf Kapitalströme, um auf diese Weise normatives Ordnungswissen, das sich etwa in der ökologischen Bewegung äußert, zu fokussieren und für die sozioökonomische Gestaltung und für die kulturelle Entwicklung in ihrer Gesamtheit nutzbar zu machen. In jedem Fall wird versucht, im Rahmen des ökonomischen Systems der moralischen Kommunikation Bedeutung zu verschaffen.
Wirtschaftsethik ist einer der Bereiche, wo die strategische Rationalität, wie sie für die moderne Ökonomie charakteristisch ist, auf die ethische Vernunft trifft (Kersting, 1994). Deshalb sind Strategien erwartbar, durch die sich Firmen für ethisch-ökologisches Investment attrakiv zu machen versuchen. Der moralische Druck auf Firmen, sich aus strategischen Gründen moralkonform verhalten bzw. sich den Anschein der Moralität zulegen zu müssen, ist für unseren Leitfaden nicht unerheblich. Wer sich aus strategischen Gründen auf Ethik einläßt, der wird von dem, worauf er sich einläßt, nicht völlig unbeeindruckt bleiben können.
Moralphilosophisch betrachtet, handelt es sich bei der ethischen Geldanlage um Handlungen, die nicht streng obligatorisch sind, aber auch nicht supererogatorisch. Es dürfte sich um unvollkommene Pflichten im Sinne Kants handeln, die per definitionem gewisse Spielräume lassen, wie ihnen nachzukommen sein könnte. Die Verhaltensweise, ethische Anlagen dem Kapitaleinsatz gleichsam "beizumischen", ist ein Indiz dafür, daß ethische Geldanlagen von vielen als unvollkommene moralische Pflicht empfunden werden. Viele dürften kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie nicht ihr gesamtes Geldvermögen "ethisch" anlegen.
Das Problem bestand darin, dem Projekt eine angemessene theoretische Grundlage zu verschaffen, ohne ethische oder ökonomische Prämissen einzuführen, die auch unter den Anhängern eines ethisch-ökologischen Ratings umstritten sein werden. Die Idee unseres Leitfadens zur ethischen Bewertung von Unternehmen wirft anspruchsvolle moralphilosophische, insbesondere kriteriologische Fragen auf, kann aber unnützen Theorieballast nicht gebrauchen.
Der Wertbaum
Für die Erarbeitung unserer Kriterien greifen wir auf die Wertbaumanalyse (= WBA) nach Ortwin Renn zurück. Die Intention dieser Methode ist es, moralische oder evaluative (axiologische) Komponenten gegenüber der Dominanz von technischen oder ökonomischen Kriterien (Effizienz, Rentabilität) stärker zur Geltung zu bringen. Die WBA entstammt der "rational-choice"-Theorie bezüglich kollektiver Entscheidungen; sie geht aber ein Stück weit über die herkömmliche "cost-benefit"-Analyse (CBA) hinaus. Dabei wird der "Wertpluralismus" als eine soziale Gegebenheit vorausgesetzt. Alle gesellschaftlichen Gruppen sollen in die WBA einbezogen werden.
Werte sind in der WBA definiert als Präferenzen bzw. als "Konzepte des Wünschenswerten". Sie können auch als "Kriterien" bzw. als "Thematisierungs-Hinsichten" verstanden werden. Beides schließt sich nicht aus. Werte sind, das ist analytisch wahr, entscheidungsrelevant. "Werte sind die Dimensionen, an denen der Grad der Erwünschtheit spezieller Handlungsalternativen (...) abgeschätzt werden soll" (Keeney, et al., 1984). Kriterien sind Beurteilungsparameter, die eine Bewertung zwischen einer Reihe von Optionen ermöglichen sollen. Die Optionen sind realisierbar, aber sie schließen einander aus. Es gibt viele ethisch vertretbare Geldanlagen, aber man kann sein Geld nicht überall gleichzeitig anlegen.
In Absetzung zu allen bisherigen Kriteriologien arbeiten wir in unserem Wertbaum zur ethischen Bewertung von Unternehmen mit drei Hauptkriterien oder Dimensionen, die sozusagen die drei Hauptäste des Wertbaumes bilden, nämlich:
1. Kulturverträglichkeit
2. Sozialverträglichkeit und
3. Naturverträglichkeit
Ausgangspunkt für diese Trias waren für uns die bereits angedeuteten folgenden Überlegungen: Für die Gestaltung und Durchsetzung sowohl naturverträglicher als auch sozialverträglicher Produkte und Produktionsverfahren sowie für die Förderung und Umsetzung naturverträglicher Innovationen und Technikentwicklungen spielt das Ordnungswissen von Kulturen eine wichtige Rolle. Daher erscheint die Dimension der Kulturverträglichkeit im Rahmen einer Kriteriologie unverzichtbar, wenngleich die Ausdifferenzierung dieser Dimension bei der Durchführung einer Wertbaumanalyse gewisse Schwierigkeiten mit sich bringt. Die Fähigkeit einer Gesellschaft, die in ihr auftretenden sozialen und ökologischen Probleme lösen zu können, hängt entscheidend von dem Ordnungswissen ab, das in der jeweiligen Kultur zur Verfügung steht, sozusagen fundamentaler Bestand der Tradition ist und zur Problemlösung mobilisiert werden kann. Die faktische Kraft des normativen Wissens von Kulturen kann zur Beherrschung der normativen Kraft faktischer Prozesse in Wissenschaft, Wirtschaft und Technik bewußt eingesetzt werden, weil zwischen allen drei Dimensionen Wechselwirkungen stattfinden.
Der logische Aufbau des Wertbaumes für ethisch-ökologisches Rating ist so geordnet, daß die ersten drei Ebenen die strukturierenden Ordnungsbegriffe enthalten, während die folgenden Ebenen zu den konkreten Bewertungen hinführen. Damit soll sichergestellt werden, daß kein Bewertungsobjekt übersehen wird, das für einen Ratsuchenden, d.h. für einen Geldanleger bzw. einen Investor, relevant sein könnte. Welche Sachverhalte dann jeweils zum Gegenstand der Bewertung gemacht werden, das hängt von dem Informationsbedarf dessen ab, der die Bewertung vornimmt oder in Auftrag gibt. Die drei ersten Ebenen sind:
1. Ebene: Die grundlegenden Dimensionen der Bewertung (Kulturverträglichkeit, Sozialverträglichkeit und Naturverträglichkeit).
2. Ebene: Die Handlungsbereiche innerhalb einer Dimension.
3. Ebene: Die verschiedenen Bewertungsobjekte in einem Handlungsbereich.
Daran schließen sich die Ebenen an, die auf die konkrete Bewertung einzelner Handlungen hinführen (Berücksichtigung - Information - Gestaltung). Auf der jeweils letzten Ebene finden sich also die bewertenden Aussagen.
Dazu ein Beispiel aus der Dimension der Sozialverträglichkeit. Greifen wir den Handlungsbereich "Interne Anspruchsgruppen mit besonderen Interessen" und innerhalb dieses Bereichs das Bewertungsobjekt "Frauen" heraus. Zu den konkreten Handlungen, die hier bewertet werden können, gehört der Frauenanteil an der Belegschaft. Um ihn zu bewerten, muß ermittelt werden, wie groß er ist, und ob angemessene Maßnahmen ergriffen werden, ihn zu vergrößern: Dazu ist eine große Anzahl einzelner Maßnahmen abzufragen.
Das oben dargelegte Argument "Wer sich aus strategischen Gründen auf Ethik einläßt, kann von ihr nicht unbeeindruckt bleiben" gilt umso mehr, je öffentlicher die Einlassung geschieht.
Die verschiedenen Einzelerhebungen zu einer konkreten Handlung - hier: der Intensität der Bemühung um Optimierung des Frauenanteils - müssen dann zu einer Bewertung zusammengefaßt werden. Das erfordert Entscheidungen über die Gewichtung der jeweiligen Kriterien, die im Grunde nur der treffen kann, für den die Bewertung durchgeführt wird. Er kann z.B. "k.o.-Kriterien" festlegen, die eine Firma unbedingt erfüllen muß, wenn sie für eine moralisch vertretbare Geldanlage in Frage kommen soll, deren Nichteinhaltung also zum Ausschluß führt. Er kann festlegen, welche Bereiche und Handlungen für ihn von großer und welche von geringerer Bedeutung sind.
Allerdings kann man ihm im Rahmen eines ethisch-ökologischen Rating keine beliebige Gestaltungsfreiheit zugestehen. Die Entscheidung beispielsweise, den Frauenanteil für unbeachtlich zu halten und aus der Bewertung auszuschalten, müßte ethisch begründbar sein. Ist sie es im konkreten Falle nicht, so kann der Anspruch auf ein ethisch-ökologisches Rating nicht eingelöst werden. Deshalb hat die Rating-Agentur eine Mitverantwortung für die festzulegenden Gewichte. Der Wettbewerb zwischen den Agenturen um Ansehen und Glaubwürdigkeit dürfte dazu führen, daß die Gewichtungsschemata, die sich in der Praxis herausbilden, konvergieren werden.
Beim vorgelegten Entwurf ging es um die Erarbeitung eines Kriterienkatalogs, der die Anforderungen an ein ethisch-ökologisches Rating erfüllt, also erst einmal um die Definition der Fragen, die unter dem ethisch-ökologischen Aspekt an Unternehmen zu stellen sind. Es versteht sich, daß dies nicht der einzige Aspekt ist, unter dem der Geldanleger ein Unternehmen bewertet. Rendite und Risiko werden für ihn ja nicht unbeachtlich, wenn er ethische Maßstäbe heranzieht. So ist in der Praxis des Rating nicht nur das Problem zu lösen, wie die verschiedenen Einzelbewertungen zu einem Gesamturteil über die ethisch-ökologische Qualität eines Unternehmens integriert werden sollen. Man wird darüber hinaus auch nach Wegen suchen, dieses Gesamturteil dem Gesamtergebnis des ökonomischen Rating gegenüberzustellen und es womöglich mit ihm zu einer einzigen Bewertungsziffer zu verschmelzen.
Adressaten des Leitfadens
Der Leitfaden wendet sich an verschiedene Anwendergruppen:
- an Anleger, die aus dem Leitfaden die Aspekte erkennen und auswählen können, die von ihnen selbst oder durch eine Ratingagentur bei der ethisch-ökologischen Prüfung eines Unternehmens untersucht werden sollen,
- an Ratingagenturen, die für einen Anleger oder für andere Auftraggeber oder aus eigenem Interesse ein Unternehmen beurteilen,
- an Fondsanbieter und –vertreiber,
- an Banken, Anlageberater, Versicherungen,
- an Unternehmen und Unternehmensberatungen, die anhand dieses Leitfadens eine (Selbst-)Prüfung auf ethisch-ökologischer Basis vornehmen können,
- an Interessengruppen (z.B. Mitarbeiter eines Unternehmens, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen).
Aufbau des Leitfadens
Weder der Aufbau des Leitfadens noch die Nennung einzelner Kriterien folgt einer bestimmten Ideologie. Die dargestellte Kriteriologie stellt vielmehr einen möglichst umfassenden Katalog von Aspekten und Fragen für die Prüfung eines Unternehmens nach ethisch-ökologischen Gesichtspunkten dar. Es wurde bei der Erstellung dieser Kriteriologie nicht darauf geachtet, ob und, wenn ja, wie leicht Informationen und Daten zu einem jeweiligen Punkt generiert werden können. Daher ist es durchaus möglich, daß für bestimmte Kriterien die Datensuche sehr aufwendig sein kann.
Die Abfolge der Kriterien ist wertfrei. Zudem stellen weder die Anzahl von Unterpunkten eines Kriteriums noch der Umfang der jeweiligen Ausführungen eine Wertigkeit dieses Kriteriums dar. Ebenso sind Unterpunkte nicht deshalb weniger bedeutend, weil sie den oberen Ebenen nachgeordnet sind.
Die Benennung eines Kriteriums bedeutet nur, daß aus Sicht der Autoren dieser Punkt bei einer Prüfung Beachtung finden könnte. Dies ist als Vorschlag und nicht als zwingende Notwendigkeit zu verstehen. Zu einigen Punkten gibt es Querverweise. Diese Hinweise sollen auf weitere, ergänzende Prüfungsaspekte im Leitfaden aufmerksam machen, die mit dem ausgewählten Kriterium in Verbindung stehen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Um die Anwendung des Leitfadens zu veranschaulichen, wurde ein fiktives Beispiel gewählt. In diesem Beispiel benutzt eine Anlegerin den vorliegenden Leitfaden, um die für sie relevanten Kriterien auszuwählen, anhand derer eine Ratingagentur Unternehmen prüfen soll. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß mit dem Beispiel nur der Zweck einer Anwendungshilfe verfolgt wird und letztlich jeder Anwender und jede Anwenderin selbst zu entscheiden hat, welche Kriterien zu untersuchen sind.
Für die erdachte Anlegerin sind folgende Aspekte grundsätzlich von Bedeutung:
1. Die Behandlung von Minderheiten im Unternehmen
2. Die Beziehungen des Unternehmens zum Ausland
3. Eine möglichst umweltverträgliche Herstellung von Gütern
Um diese Punkte inhaltlich füllen und differenzierter betrachten zu können, kann die Anlegerin nun an den entsprechenden Stellen im Leitfaden potentielle Prüfungsaspekte finden. Dabei ist der zu prüfende Aspekt zunächst einem Schwerpunkt zuzuordnen, d.h. entweder 1. Kulturverträglichkeit, 2. Sozialverträglichkeit oder 3. Naturverträglichkeit.
Zu 1.: Mit dem Punkt "Minderheiten im Unternehmen" ist der Bereich Sozialverträglichkeit angesprochen. Hier finden sich unter "Interne Anspruchsgruppen" verschiedene Teilmengen des Begriffs "Minderheiten" mit entsprechenden Fragestellungen. Dies könnten -– bei einer weiten Auslegung von "Minderheiten" – alle mit den einzelnen Anspruchsgruppen in Verbindung stehenden Kriterien sein. Die Anwenderin kann sich aber auch nur auf die Kriterien zur Behandlung von bestimmten Minderheiten wie z.B. "Ausländische Arbeitnehmer" oder "Behinderte" konzentrieren. Die Anwenderin muß also selbst auswählen, welche dieser Aspekte sie für relevant erachtet. Die Kriteriologie dient dafür als Vorschlagsliste. Durch Verweise wie bei "Vorübergehend Beschäftigte" wird die Liste möglicher Kriterien erweitert.
Zu 2.: Auch bei dem Aspekt Beziehungen des Unternehmens zum Ausland" ist sowohl der Schwerpunkt "Sozialverträglichkeit" angesprochen als auch der Schwerpunkt Kulturverträglichkeit.. In diesem Berech findet die Anlegerin unter "Externe Anspruchsgruppen" einen Unterpunkt "Ausland". Hier sind verschiedene Kriterien und Fragen subsumiert, die zu dem von ihr ausgewählten Bereich gehören und Vorschläge für Prüfungskriterien bilden.
Zu 3.: Bei dem dritten, für die Anlegerin wichtigen Aspekt "umweltverträgliche Herstellung von Gütern" könnten alle im Bereich "Naturverträglichkeit" angesprochenen Punkte eine Rolle spielen. Der Anlegerin steht es aber frei, aus diesem Spektrum lediglich die Punkte "Energie" bis "Umwelttechnologie" als prüfungsrelevant zu erachten. Auch hier wählt wiederum die Anlegerin die für sie wichtigen Aspekte selbständig aus.
Im vorliegenden Beispiel wäre an diesem Punkt für die Anlegerin die Arbeit mit dem Leitfaden beendet. In einem nächsten Schritt müßte die Anlegerin ihren "persönlichen Kriterienkatalog" an eine Ratingagentur mit dem Auftrag weiterleiten, auf Basis der ausgewählten Kriterien die Prüfung eines Unternehmens oder mehrerer Unternehmen vorzunehmen. Die Resultate dieser Prüfung und deren subjektive Gewichtung wären schließlich die Grundlage für die Anlageentscheidung der Anlegerin.
Übersicht über die Kriterien
Wir gehen von der Überzeugung aus, daß wirtschaftliches Handeln funktional auf die allgemeine Anerkennung von moralischen Normen angewiesen ist. Solche Normen sind mithin Voraussetzungen wirtschaftlichen Handelns, die vom Wirtschaftssystem nicht selbst erzeugt, wohl aber von ihm (etwa durch die Verabsolutierung ökonomischer Rationalität) untergraben, beschädigt oder (im Extremfall) zerstört werden können. Unerläßliche Voraussetzungen wirtschaftlichen Handelns liegen demnach im Außenbereich des ökonomischen Systems, genauer: im lebensweltlich-kulturellen Ordnungswissen und in dessen normativen Gehalten, z.B. in den folgenden zehn Geboten:
Du sollst die biokulturelle Grundnorm (Überlebenssicherheit) in allen Handlungskontexten einhalten!
- Werden Militärgüter produziert?
- Profitiert das Unternehmen von Hinrichtungen (z.B. Shell in Nigeria)?
- Wird die Dezimierung oder Ausrottung von Ethnien in Kauf genommen?
- Werden Strategien der Vermarktung praktiziert, die die Inkaufnahme von Todesfallrisiken mit sich bringen?
Du sollst keine Schmerzen verursachen!
- Werden Mädchen und Frauen zur Abtreibung oder Sterilisation gezwungen?
- Liefert das Unternehmen Produkte, die in einem Land als gesundheitlich bedenklich gelten oder verboten sind, an andere Länder, in denen diese Produkte als unbedenklich gelten?
- Unterstützt das Unternehmen die Machthaber eines Landes, in welchem die Menschen gefoltert werden, durch Zusammenarbeit gleich welcher Art?
- Toleriert das Unternehmen schwere Kinderarbeit (moderne Sklaven)? Fördert das Unternehmen Maßnahmen, die die Notwendigkeit von Kinderarbeit beseitigen?
Du sollst niemanden unfähig machen!
- Werden lokale Produkte durch Export bzw. Verkauf der eigenen Produkte verdrängt (z.B. Kunststoffschwämme statt Lufa-Gurken)?
- Werden lokale handwerkliche (z.B. europäische Altkleider statt heimische Textilindustrie) bzw. bäuerliche Fähigkeiten verdrängt?
- Werden von dem Unternehmen Staaten (z.B. Rohstoffe) oder einzelne Menschen (Arbeitskraft) in einer Art und Weise ausgebeutet, daß diese sich nicht mehr regenerieren können?
- Gehen traditionelle Verhaltensweisen, Fertigkeiten (skills) der Menschen und auch der informelle Sektor verloren, weil das Unternehmen ein verändertes Verhalten unterstützt und fordert?
Du sollst niemandem Freiheit oder Chancen entziehen!
- Kooperiert das Unternehmen mit Ländern (bzw. deren Führungselite), in denen systematisch ethnische, politische oder religiöse Minderheiten unterdrückt oder benachteiligt werden?
- Kooperiert das Unternehmen mit Ländern (bzw. deren Führungselite), in denen systematisch Frauen unterdrückt oder benachteiligt werden (z.B. islamische Länder, in denen Frauen keinen Anteil am öffentlichen Leben nehmen dürfen)?
- Versucht das Unternehmen in aggressiver Weise die eigenen Lebensformen und Wertvorstellungen auch anderen Menschen und Staaten aufzudrängen?
- Unterstützt das Unternehmen die Machthaber eines Landes, in welchem Menschen -für geringe Delikte oder aus politischen Gründen zu unverhältnismäßig hohen Haftstrafen verurteilt werden, durch Zusammenarbeit gleich welcher Art?
- Versucht das Unternehmen für sich in einzelnen Ländern eine
Monopolstellung einzurichten?
- Beansprucht das Unternehmen in einzelnen Ländern das alleinige Recht zum Abbau von Ressourcen, dem Vertrieb von bestimmten Produkten?
- Kauft ein Unternehmen Patente oder Warenzeichen auf, nicht um sie zu benutzen, -sondern um Konkurrenten und Konkurrenzprodukte vom Markt fernzuhalten?
Du sollst niemandem seine Freude an etwas nehmen!
- Versucht das Unternehmen mit aggressiven Marketingmethoden, bisherige Lebensformen und bestehende Produkte verächtlich zu machen, sie „aus der Mode“ zu bringen?
- Zeigt das Unternehmen Respekt vor einheimischen Traditionen, Riten, Festen?
- Versucht das Unternehmen in aggressiver Weise, den Leistungsgedanken bei Mitarbeitern im Sitzland und in eigenen Betrieben in anderen Ländern einzuführen, die dies nicht wollen und die daran leiden (Disziplinierungsstrategien)?
Du sollst nicht täuschen oder betrügen!
- Täuschen die Produkte eine höhere Qualität vor, als sie tatsächlich besitzen (z.B. geplante Obsoleszenz bei Gütern mit „credence quality“, Mogelpackungen)?
- Werden Politiker oder andere Entscheidungsträger bestochen?
- Beschränkt sich Werbung auf Produktinformation oder werden alle psychologischen Mittel und Tricks dazu eingesetzt, um die Konsumenten zum Kauf zu animieren?
Du sollst Deine Versprechen halten!
- Verfolgt das Unternehmen konsequent einmal anvisierte Ziele (z.B. Programme wie „Frauenförderung“ oder „Humanisierung der Arbeit“)?
- Hält das Unternehmen Verträge und Zusagen auch gegenüber Ländern ein, welche vom Unternehmen in wirtschaftlicher Weise abhängen?
Du sollst fremdes Eigentum respektieren!
- Werden lokale Produkte bewußt verdrängt?
- Wird (Gift-)Müll exportiert?
- Wird die Biodiversität geschützt (z.B. kein „Kahlschlag im Regenwald“)?
- Wird das „natürliche Erbe“ eines Landes anerkannt und respektiert (z.B. Patent auf indischer Lebensbaum
als Pestizid)?
- Wird gewohnheitsrechtlicher Landbesitz respektiert (z.B. Indianer im brasilianischen Regenwald)? Werden Ethnien aus angestammten Territorien verdrängt?
- Wie verhält sich das Unternehmen bei Fragen des Eigentums von Menschen, welches früher von diesem Unternehmen oder Vorgängerunternehmen annektiert worden ist?
- Wie verhält sich das Unternehmen bei Fragen des Eigentums von Menschen, welches früher von einem Land annektiert und an das Unternehmen weitergegeben worden ist?
- Wird das geistige Eigentum von anderen Menschen (z.B. in Patenten) geachtet?
Werden beim Erwerb von geistigem Eigentum anderer Menschen marktgerechte Preise bezahlt?
Du sollst dem Gesetz gehorchen!
- Werden Persönlichkeitsrechte geachtet (z.B. Datenschutzrechte)?
- Hält sich das Unternehmen an branchenübliche „Codes of ethic“ (z.B. Davoser Manifest)?
- Wie häufig wurde gegen das Unternehmen wegen eines Verstoßes gegen ein Gesetz des Sitzlandes oder eines Landes, in welchem sich ein Betrieb des Unternehmens befindet, ermittelt? Wie häufig wurde Anklage erhoben? Wie häufig wurde das Unternehmen verurteilt?
Handelte es sich um schwerwiegende Anschuldigungen oder Anklagen? Insbesondere solche, welche aufgrund von Gesetzen, die gegen die Menschenrechte verstoßen, erhoben wurden?
- Zeigte sich das Unternehmen bei den Ermittlungen kooperativ? Mit den Urteilen einverstanden?
- Gab es Reaktionen auf die Urteile, Veränderungen in der Geschäftspolitik des Unternehmens?
- In welcher Art und Weise ging die Unternehmung mit verurteilten Mitarbeitern um?
Du sollst niemanden über das Können hinaus sittlich beanspruchen!
- Werden die besonderen Bedürfnisse schutzbedürftiger Arbeitnehmergruppen (z.B. Behinderte, Kranke, Kinder, Jugendliche, Frauen) auch in Ländern, in denen es keine entsprechende Gesetzgebung gibt, berücksichtigt („europäischer Standard als freiwilliger Weltstandard“)?
- Werden durch die Unternehmensleitung von den Beschäftigten Einstellungen und / oder Verhaltensweisen erwartet, die diese aus moralischen Gründen nicht für vertretbar halten, z.B. gegenüber anderen Mitarbeitern / Mitarbeiterinnen etc.?
- Wird von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine Leistungsbereitschaft verlangt, die diese in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung für ihre Familie, Freunde etc. und die ihnen eine angemessene Partizipation am gesellschaftlichen und kulturellen Leben sehr erschwert oder gar unmöglich macht?
- Wird von den Mitarbeitern / Mitarbeiterinnen das Verschweigen von betriebsinternen Fakten verlangt, die diese in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung gegenüber der Belegschaft, gegenüber der Gesellschaft, gegenüber der Natur, gegenüber der Mitwelt etc. behindert und sie in ihrem Gewissen schwer belastet?
- Wird von Mitarbeitern / Mitarbeiterinnen in den Forschungsabteilungen von Unternehmen, von Universitäten und in den Forschungsanstalten des Bundes das Verschweigen von Forschungsergebnissen verlangt, die diese in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung für die Gesellschaft, für die Natur, für die Mitwelt etc. behindert und sie in ihrem Gewissen belastet?
Ökonomisches Handeln ist auf dieses Ordnungswissen angewiesen - und bedroht es zugleich, z.B. dann, wenn kommerzielle Denkformen (z.B. Maximierung des individuellen Vorteils) auf nichtkommerzielle Lebensbereiche (z.B. die Familie) ausgedehnt werden und dies sich in entsprechenden Leitbildern (z.B. „Zeit ist Geld“) ausprägt. Theoretisch kann man sich hier auf die Annahme einer „Kolonialisierung der Lebenswelt“ durch die vom ökonomischen Subsystem geschaffenen Sachzwänge stützen (Habermas, 1981. Wir fügen dieser Annahme die Vermutung hinzu, daß sich die Kolonialisierung (in the long run) in einem innerökonomischen Effizienzverlust niederschlägt (Erhöhung der Transaktionskosten durch Anomie und Vertrauensschwund).
Die Sicherstellung der Verbindlichkeit moralischer Standards gewinnt um so mehr an Bedeutung, je komplexer Unternehmen und deren Umfeld organisiert sind (Wieland, 1993, 7-31). Unsere Annahme, daß jede Wirtschaftsordnung von der Wirksamkeit normativer Standards abhängt, die nicht innerökonomisch erzeugt werden können, impliziert mehr als nur, daß es staatliche bzw. rechtliche Rahmenbedingungen ökonomischen Handelns geben muß. Sie impliziert auch eine Verantwortung jedes Unternehmens für den Fortbestand sowie für die diskursive Fortentwicklung des normativen Ordnungswissens von Gesellschaften und Kulturen. Diese Verantwortung erschöpft sich nicht in der Beachtung der Gesetze (Legalismus), sondern schließt die „moralische Kultur“ eines Unternehmens mit ein. Ansatzweise wird das in manchen kodifizierten Unternehmensgrundsätzen auch schon anerkannt.
Bei der Dimension Kulturverträglichkeit geht es somit ganz grundsätzlich um die ethische Verantwortung des Unternehmens in einer konkreten Gesellschaft und Kultur. Stellt man die Frage nach der ethischen Verantwortung auf der Ebene der Kultur, wird Kultur als elementare Basis für die Bewertung sowohl des menschlichen Zusammenlebens als auch für den Umgang mit der Mitwelt fokussiert. Kulturell nachhaltig ist ein Unternehmen dann, wenn es die manifesten Vorstellungen, Institutionen, Regeln, Rituale, Symbole und Mythen aufgreift und respektiert, auf deren Basis in einer Kultur Problemlösungen angegangen werden.
Mit anderen Worten: Das normative Ordnungswissen muß in die Unternehmenskultur inkorporiert sein. Das Kriterium der „Kulturverträglichkeit“ bezieht sich also auf die Frage, ob und auf welche Weise ein Unternehmen dieser Verantwortung nachkommt, d.h. als wie verbindlich es das normative Ordnungswissen auffaßt.
1. Kulturverträglichkeit
Kulturverträglichkeit fassen wir also auf als Verträglichkeit des wirtschaftlichen Handelns mit der fortschreitenden Kultivierung des gesellschaftlichen Gestaltungswillens in Richtung auf
· die Lebens- und Entfaltungschancen des Individuums,
· die Integrationsfähigkeit des Gemeinwesens,
· die Überlebensfähigkeit der natürlichen Mit- und Nachwelt
die Chancen kultureigener Entwicklung (vgl. Menschenrechtskonvention von 1986).
Þ Kultivierung verstehen wir als kontinuierliche Neu-Aneignung und anspruchsvollere Interpretation der humanen Grundorientierungen.
Þ Im Gestaltungswillen schlägt sich der Grundkonsens über die kultureigenen Lebensentwürfe nieder, in denen Gesellschaften ihr kulturelles Ordnungswissen formen, ihren Umgang mit der Zeit symbolisieren, ihre Visionen erleben und Perspektiven für eine Menschwerdung in Gemeinschaft entwickeln.
Þ Das Ordnungswissen enthält nicht nur die manifesten Vorstellungen, Institutionen und Regeln, sondern auch die Symbole, Rituale, Mythen, die in einer Kultur als Orientierung dienen, um die Welt zu deuten und um das Miteinander der Menschen im Ganzen der Natur zu gestalten.
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Als kulturverträglich kann ein Unternehmen nur eingestuft werden, wenn es neben der Gewinnerzielung gleichrangig die genannten ethischen Unternehmensziele verfolgt. Die Frage nach dem Verhältnis der ökonomischen und der ethischen Ziele führt in ein Compliance-Rating der Kulturverträglichkeit. (d.h., in einerÜberprüfung der Übereinstimmung mit moralischen Grundnormen bzw. humanen Grundorientierungen).
Zum System- und Performance-Rating der Kulturverträglichkeit führen Fragen über die konkrete Verantwortung für das Gemeinwesen, für Auslandslandsaktivitäten für kultureigene Entwicklung sowie Verantwortung in der Beziehung zu gesellschaftlich benachteiligten Gruppen.
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Um den Werthintergrund für das Compliance-, System- und Performance-Rating in den drei Dimensionen explizit zu formulieren, führen wir im folgenden die Grundnormen an, aus denen wir die konkreten Bewertungsmaßstäbe des Ratings ableiten. Die konkreten Ableitungen (Fragen) sind als Beispiele zu verstehen. Um dieses zu strukturieren, unterscheiden wir anthropologisch gegebene Antriebsstrukturen (humane Grundorientierungen), allgemeinen moralische Grundnormen und Leitbilder, die in einer konkreten Gesellschaft gelten.
1.1 Die sechs humanen Grundorientierungen[1] [2]
in Verbindung mit allgemeinen moralischen Grundnormen
Wir gehen hier von der überhistorischen bzw. anthropologischen Tatsache aus, daß die Menschen für eine vernunftmäßige Lenkung ihres Handelns durch jeweils einander entgegensetzte Antriebe herausgefordert werden, wie Aggression versus Fürsorge, Wettbewerb versus Kooperation etc. Zwischen diesen Polen von Antrieben, noch dazu in unübersichtlicher Lage, muß der Mensch mit Hilfe seiner Vernunft vermitteln. Dabei ist es denkbar, daß er sich an Grundnormen orientiert, wie: „du sollst niemanden töten!“ oder „du sollst deine Versprechen halten!“ etc. Es ist aber auch möglich, daß er sich unkritisch an gesellschaftlich dominanten Leitbildern orientiert, die in Gegensatz zu Grundnormen stehen. Dies aufzudecken und bewußt zu machen, ist eine zentrale Intention einer ethischen Bewertung von Unternehmen. Die folgende Aufzählung geschieht versuchsweise; sie bedarf weiterer Elaboration.
1.1.1 Rücksicht und Fairneß trotz Konkurrenz
Konkurrenz soll nicht zerstören, z.B. durch feindliche Übernahmen mit anschließender Zerschlagung von bisher gut funktionierenden Unternehmenseinheiten.
- Verfolgt das Unternehmen in seinen Einstellungen das Leitbild der fairen Konkurrenz?
- Verfolgt das Unternehmen in seinem strategischen Handeln das Leitbild der fairen Konkurrenz?
- Vermeidet das Unternehmen Praktiken der feindlichen Übernahme?
- Vermeidet das Unternehmen Praktiken des ruinösen Wettbewerbs?
- Vermeidet das Unternehmen Praktiken des unlauteren Wettbewerbs?
- Vermeidet das Unternehmen Praktiken des unfairen Wettbewerbs?
1.1.2 Diskursbereitschaft statt Positionalität
Diskursbereitschaft ist die Bereitschaft, sich auf entgegenstehende Argumente einzulassen.
Positionalität ist das Bestehen auf den eigenen Vorstellungen und die Weigerung, die eigenen Interessen in Frage stellen zu lassen.
- Ist das Unternehmen konzeptuell und strategisch fixiert auf eine bestimmte unhinterfragte ökonomische Denkweise oder Managementstrategie imperialistischen Charakters?
- Erkennt das Unternehmen, daß ökonomisches Handeln z.B. mit Naturverträglichkeit, Ressourcenschonung, Verteilungsgerechtigkeit gesellschaftlicher Verantwortung verträglich sein kann und sein sollte?
- Nutzt das Unternehmen die Erkenntnis unterschiedlicher ökonomischer Handlungsmaximen so, daß die eigenen Aktivitäten je nach zugrundegelegter Maxime auch unterschiedlich moralisch bewertet werden?
- Nimmt das Unternehmen neuere Theorien und Diskurse zur Kenntnis (z.B. Ressourcenökonomie, Wohlfahrtsökonomie, intergenerationelle Verteilungsgerechtigkeit, Humanistische Ökonomie, Social Economics, ökologische Ökonomie)?
- Ist die Geschäftspolitik von Offenheit geprägt?
1.1.3 Begrenzung partieller Interessen durch Respekt vor dem Gemeinwohl
Der Respekt vor dem Gemeinwohl fehlt, wenn ein Unternehmen durch Abwanderungsdrohungen Subventionen erpreßt oder wenn es sich seiner Verpflichtung gegenüber der Gemeinde oder Region dadurch entzieht, daß es seinen steuerlich relevanten Firmensitz in eine Steueroase verlegt.
1.1.4 Selbstbegrenzung im Wachstum
Sich selbst im Wachstum begrenzen z.B. um die Qualität nicht senken zu müssen.
Eine Begrenzung ist wichtig, denn unbegrenztes Wachstum zerstört die notwendige Vielfalt als Voraussetzung für die Entwicklungsfähigkeit der Gemeinschaft und die Entfaltungsmöglichkeit des einzelnen.
- Welches Bild hat das Unternehmen von seinem eigenen Wachstum (Wachstumsstrategien)?
- Ist das Wachstum auf einen begrenzten Markt ausgerichtet?
- Werden Grenzen der Kommerzialisierbarkeit von Lebensverhältnissen anerkannt?
- werden Entscheidungen für Innovationen und Allokationen an der Einsicht von Grenzen der Kommerzialisierbarkeit ausgerichtet?
1.1.5 Kreativität mit Verantwortung
- Verantwortungsvolle Vorausabschätzung von Risiken, Nebenwirkungen, externen Effekten.
- Suche nach Innovationen zur Erhöhung der Fehlerfreundlichkeit von Anlagen.
- Suche nach Innovationen, um end-of-pipe Technologien zu ersetzen.
- In welcher Art und Weise erforscht das Unternehmen mögliche Wirkungen
seiner Produkte und Dienstleistungen, um den Verbrauchern sich evtl. erst lange nach Benutzung der Produkte und Dienstleistungen zeigende negative Nebenwirkungen zu ersparen?
- Trägt das Unternehmen dafür Sorge, daß die Mitarbeiter bisheriges Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten bewahren?
- Schafft das Unternehmen familienfreundliche Arbeitsbedingungen?
- Zeigt das Unternehmen Respekt vor anderen Einstellungen zur Zeit?
1.1.6 Verzicht auf das Recht des Stärkeren
Das eigene Expansionsstreben soll nicht auf Kosten der legitimen Ansprüche der „Stakeholder“ (Kunden, Arbeitnehmer, Anwohner, Lieferanten, Gemeinden, etc.) durchgesetzt werden.
- Werden Redeweisen wie etwa „am Markt darf der Unternehmer / Manager keine Beißhemmung haben“ im Unternehmen akzeptiert?
- Wird verzichtet auf:
a) Paternalistische (entmündigende, bevormundende) Formen der Für-
sorge;
b) Überfordernde Beanspruchung in Dienstleistungen.
- Wird die eigene Firmengeschichte verklärt?
- Werden Fehler, Schwächen, Versäumnisse in der Vergangenheit offen eingestanden (z.B. die Rolle des Unternehmens im 3. Reich)?
- Versucht das Unternehmen, die eigene Stellung durch symbolische Maßnahmen hochzustilisieren oder zu mythisieren (z.B. durch protzig elegante und aufwendige Firmenarchitektur)?
Zu kulturverträglichem Verhalten gehört insbesondere der Respekt des Unternehmens gegenüber externen Anspruchsgruppen, der in Form eines System- und Performance-Rating erhoben wird. Dies kann durch die folgenden Beispiele gezeigt werden:
1.2 Externe Anspruchsgruppen
Abnehmer
- Gewerbliche Abnehmer
- Verbraucher / Langfristige Bedürfnisse und Interessen der Verbraucher als Orientierung für Qualität, Preis und Design / Gesundheitlich unbedenkliche oder gesundheitsfördernde Produkte / Verzicht auf bedenkliche Zusatzstoffe oder Produktionsmethoden (Gentechnik, Bestrahlung) / Risikoarmes Design (Produktsicherheit) / Fehlerfreundliche Bedienung / Reparaturfreundliches Design (Ersatzteile, Materialien) / Rohstoffauswahl unter ökologischen Gesichtspunkten / Berücksichtigung des gesamten Produktlebenszyklus / Ökologisch durchdachte Verpackung / Keine optischen Mogelpackungen / Sinnvolle und glaubwürdige Gütesiegel (Qualitätskontrolle) /
- Beziehungen zu Kunden / Kundenfreundlichkeit als Strategie (Schulung, Kontrolle und Bewertung der Mitarbeiter) / Schneller und preiswerter Kundendienst / Umfassende Garantieleistungen, Kulanz (Wandlung oder Minderung) / Faire Behandlung von Kundendaten (keine unautorisierte Weitergabe)
- Werbung: Sachliche und nützliche Information, keine vordergründige Kampagnen / Verzicht auf Strategie „Auffallen um jeden Preis“ / Verzicht auf unlautere oder irreführende Aussagen / Verzicht auf sexistische oder rassistische Elemente / Verzicht auf gezielte Bewerbung von Kindern / Verzicht auf vergleichende Werbung / Berücksichtigung nationaler, kultureller und religiöser Werte, Tabus und Empfindlichkeiten / Abstimmung auf die Gegebenheiten des beworbenen Marktes (Nestlé-Fall)
- Information / Umfassende Information über Produktqualitäten und Produktionsverfahren / Vollständige Deklaration von Inhalts- und Konservierungsstoffen sowie Produktionsmethoden (Bestrahlung, Gentechnik) / Erleichterung statt Erschweren von Preisvergleichen (Packungsgrößen, unit pricing auf Packung) / Beschwerdemanagement / Direkter und unkomplizierter Informations- und Beschwerdezugang für Verbraucher als Service / Existenz eines Consumer Affairs Department oder Ähnliches / Kostenfreie Telefonnummer für Herstellerkontakt / Konstruktive Reaktion auf Verbraucherbeschwerden (kein Abwimmeln, kein Ausweichen vor kritischen Themen)
Ausland, insbes. Less bzw. Least Developed Countries (LDCs)
- Geschäftliche Kontakte zu LDCs
- Produktion / Produktion in LDCs oder in China / Einhaltung heimischer Umweltstandards (Ökodumping) / Einhaltung heimischer Lohn- und Sozialstandards (Sozialdumping)
- Exporte in LDCs durch das Unternehmen / Sozialverträglichkeit der Produkte für die Absatzmärkte (z.B. Statusgüter für die Oberschicht) / Strategien der Vermarktung mit Inkaufnahme von Todesfallrisiken (Nestlé-Fall) / Einhaltung von Exportverboten oder Handelsembargos
- Importe / Art der aus LDCs importierten Stoffe und Waren / Kriterien der Auswahl der Lieferanten: rein ökonomische oder auch soziale Aspekte (z.B. Transfair-Produkte)
- Wertschöpfung / Land, in welchem überwiegend die Wertschöpfung stattfindet / Verteilung der Wertschöpfung und des Gewinns
- Monopolisierungsversuche des Unternehmens in einzelnen Ländern bzgl. Ressourcenabbau oder Vertrieb bestimmter Produkte
- Berücksichtigung der praktizierten Achtung bzw. Nichtachtung von Menschenrechten im Partnerland (UNO-Charta: individuelle, soziale und kulturelle Menschenrechte)
- Kinderarbeit (Alter der Kinder; Art, Dauer und Intensität der Arbeit)
- Frauenarbeit / Unterstützung von oder Kooperation mit Ländern bzw. deren Führungselite, in denen systematisch Frauen unterdrückt oder benachteiligt werden / Umgang mit der kulturellen Frauenrolle
- Akzeptieren der Dezimierung oder Ausrottung von Ethnien
- Verhalten des Unternehmens im politischen Kontext, insbesondere bei politischen Konflikten / Nicht-Einmischungs-Politik („Geschäft geht vor Politik“ als Einstellung) / Unterstützung von durch Menschenrechtsverletzungen und Folterungen diskreditierten Machthabern durch Zusammenarbeit unterschiedlicher Art / Kooperation mit den Führungseliten von Ländern mit systematischer Unterdrückung oder Benachteiligung ethnischer, politischer oder religiöser Minderheiten / Unterstützung von durch ungerechte Rechtsprechung diskreditierten Machthabern durch Zusammenarbeit unterschiedlicher Art (z.B. unverhältnismäßig hohe Haftstrafen oder Todesstrafe für geringfügige Delikte, aus politischen Gründen)
- Verdrängung lokaler Produkte / Produktion von „cash-crops“ (z.B. Blumen) / Monokulturen, Plantagenwirtschaft / Futtermittelanbau (z.B. Soja, Mais) / Bewußte Verdrängung lokaler Produkte durch Export bzw. Verkauf der eigenen Produkte (z.B. Weizen statt Hirse und Maniok) / Bewußte Verdrängung lokaler Produkte mit aggressiven Marketingmethoden / Bewußte Diskriminierung bisheriger Lebensformen und traditioneller Produkte; gezielte Versuche, diese unattraktiv zu machen (z.B. Fast Food-Ketten)
- Politik der Bewahrung oder der „Modernisierung um jeden Preis“ / Verdrängung lokaler handwerklicher und bäuerlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten (z.B. europäische Altkleider statt heimische Textilindustrie, Monokulturen statt traditioneller Anbau) / Verdrängung traditioneller Verhaltensweisen und überlieferten Wissens; Förderung von verändertem Verhalten / Verdrängung des informellen Sektors
- Verträglichkeit mit Ökologischer Nachhaltigkeit / Grund- und Oberflächenwasser / Boden / Biodiversität / Müll, Giftmüll (Verbleib im Land, Müllexporte in LDCs) / Arten-, Biotop- und Ökosystem-Schutz
- Kontakte zu Umweltgruppen der LDCs / Finanzielle Unterstützung / Sonstige Unterstützung
- Anerkennung von kulturellen Traditionen und Kontexten; oder Versuch, in aggressiver Weise die eigenen Lebensformen und Wertvorstellungen aufzudrängen / Anerkennung andersartiger Einstellung zu Zeit / Anerkennung andersartiger Einstellung zur Arbeit (oder ggf. Disziplinierungsstrategien) / Anerkennung religiöser Feste, Feiertage
- Respektieren von Eigentumsrechten oder Übervorteilung und Ausbeutung / Erhebung von Patenten auf das „natürliche Erbe“ eines Landes sowie Nutzung der Patente / Respektieren von gewohnheitsrechtlichem Landbesitz; oder Verdrängung von Ethnien aus angestammten Territorien / Haltung des Unternehmens gegenüber vom Unternehmen oder Vorgängerunternehmen annektiertem Eigentums / Haltung des Unternehmens gegenüber früher von einem Land annektierten und an das Unternehmen weitergegebenen Eigentums
- Kooperation mit Entwicklungshilfe-Organisationen / Aktive Zusammenarbeit, eigene Projekte / Reaktive Zusammenarbeit (Verpflichtung)
Geldgeber
- Geldgeber allgemein: Akt der Kapitalgewinnung / Korrektheit der während des Emissionsverfahrens getroffenen Aussagen / Realistische Einschätzung der im Emissionsverfahren gemachten Prognosen bzgl. der Gewinne, Umsätze, Kurserwartungen / Bedeutung der Transparenz und Wahrnehmung der Konstruktion der Kapitalanlage und deren Rendite- und Risikostruktur durch die Anleger; entsprechende Informationspolitik des Unternehmens (insbes. geg. potentiellen Anlegern, Anlagevermittlern) / Gleiche Konditionen für alle Kapitalanleger (insbes. unabhängig von Anlagesumme)
- Information / Information nur auf Anforderung oder generell Information aller Anleger / Häufigere Information der Anleger über das Unternehmen als gesetzlich vorgeschrieben bzw. als branchenüblich / Umfangreichere und detailliertere Information über den Verlauf der Geschäftstätigkeit und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens als gesetzlich vorgeschrieben bzw. als branchenüblich / Übersichtliche, ansprechend aufbereitete und gut lesbare Information (ggf. Preise für die gute Gestaltung der Geschäftsberichte) / Detaillierte, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Informationen über den Fluß des Eigenkapitals (z.B. Aufschlüsselung nach Regionen) / Untersuchungen, ev. veröffentlichte Untersuchungen über Kapitalgeber und Beteiligungen am Unternehmen (Namen und Höhe der Beteiligungen) / Detailllierte Informationen über Entscheidungsträger mit Namen und Lebenslauf zur besseren Abschätzung der vom Unternehmen zukünftig eingeschlagenen Richtung / Richtigkeit von Prognosen und Wahrheit der Aussagen der Unternehmensleitung (Umfang und Häufigkeit der Fehlerquote)
- Beziehungen zwischen Anlegern und Management / Kampagnen von Gruppen wie die „Kritischen Aktionäre“ gegen das Unternehmen in Vergangenheit und Gegenwart / Dialog mit kritisch eingestellten Aktionärsgruppen trotz Meinungsverschiedenheit; faßbare Reaktionen auf deren Forderungen / Stimmrechtsbeschränkung auf fünf Prozent (Besserstellen der Kleinaktionäre) / Ermittlungen wegen Insider-Vergehen gegen Mitglieder des Unternehmens / Einrichtung von über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehenden Kontrollmöglichkeiten von Entscheidungsträgern durch die Kapitalanleger / Freiwillige Einrichtung eines Anlegerbeirats mit partiellem Mitspracherecht und beratender Funktion bei bestimmten Entscheidungen des Managements
- Art der Geschäftsführung / Hohe Fluktuation im Leitungsbereich der Unternehmung, dadurch ständige Veränderung der Geschäftspolitik / Wertschätzung des Unternehmens für eine weit übertarifliche Entlohnung / Überzogener Repräsentationsaufwand des Managements
- Handel mit Anlageprodukten / Existenz eines liquiden Sekundärmarkts; reibungsloser Verkauf der Kapitalanlage möglich / Unterstützung der Anleger beim Wiederverkauf der Kapitalanlage (Suche nach neuen Käufern, Rückkauf durch das Unternehmen, wenn rechtlich möglich)
- Eigenkapitalanleger / Ausschüttung eines großen Teils des erwirtschafteten Gewinns an die Eigenkapitalgeber (einkommensorientiertes Handeln) / Schwankung von Gewinnausschüttungen und Wertentwicklung im Branchenvergleich (über-, unterdurchschnittlich) / Renditeentwicklung in den letzten zehn Jahren (und in jedem dieser Jahre) bezüglich Branchendurchschnitt und entsprechendem Börsenindex (über-, unterdurchschnittlich) / Kapitalerhöhungen unter Ausschluß des Bezugsrechts (Verwässerungseffekt)
- Fremdkapitalgeber / Absicherung der Kredite durch überdurchschnittlich viele und gute Sicherheiten / Einhaltung der von der Unternehmensleitung gemachten Aussagen zur Art der Geschäftsführung nach der Kreditvergabe (Prozentsatz) / Schwierigkeiten mit termingerechter Rückzahlung von Tilgung und Zinsen / Thesaurierung eines geringen Teils des erwirtschafteten Gewinns; dadurch nur geringe Puffer für ein Auffangen möglicher Verluste in den Folgejahren
Konkurrenten
- Verzicht auf feindliche Übernahme von Konkurrenten durch das Unternehmen
- Verzicht auf ruinöse Konkurrenz
- Verzicht auf Wettbewerbsbeschleunigung (indirekte ruinöse Konkurrenz)
- Verzicht auf Absprachen zu Ungunsten Dritter
- Zurückhaltung bei der Abwerbung von Fachpersonal
Lieferanten
- Lieferanten des Unternehmens (Anzahl)
- Geographische Verteilung der Lieferanten / Berücksichtigung der Region
- Vom Unternehmen wirtschaftlich abhängige Lieferanten
- Bewußtes Vermeiden der Entstehung solcher Abhängigkeiten
- Fördernde Haltung gegenüber Versuchen von Mitarbeitern, sich als Zulieferer selbständig zu machen
- Verhältnis der Einkaufskonditionen des Unternehmens zu den branchenüblichen Konditionen im Kontext der Lieferanten
- Preispolitik konzerneigener Lieferfirmen mit dem Ziel der internationalen Gewinnverlagerung
- Prüfung der „Naturverträglichkeit“ und „Sozialverträglichkeit“ der Geschäftstätigkeit der Lieferanten
- Aktive und zielgerichtete Einflußnahme auf die ökologischen und sozialen Bedingungen der Geschäftstätigkeit der Lieferanten
- Im Kontext des zu bewertenden Unternehmens hochproblematische oder verbotene Produktionsverfahren in den Zulieferbetrieben (Problemverlagerung)
- Berücksichtigung ökologischer und sozialer Anforderungen in den Beschaffungsgrundsätzen
Nachbarschaft und Anrainer
- Nachbarschaftsrat
- Kommunalpolitische Aktivitäten
- Form und Stil des Umgangs mit Nachbarn
Öffentlichkeit
- Grundsätze der Öffentlichkeitsarbeit (Schnittstellendefinition in bezug zur Umwelt des Unternehmens, PR als Diskurs oder Werbung)
- Einflußnahme auf journalistische Recherchen (Förderung, Tolerierung, Behinderung) / Einstellung zu investigativem Journalismus / Bereitstellen von Information / Stellungnahmen und Interviews / Vor-Strukturierung von Interviews / Reaktion auf Mitarbeiter-Medien-Kontakte / Definition des Mitarbeiter-Öffentlichkeits-Verhältnisses / Auslegung des Begriffs der „Betriebsinterna“ bzw. der Betriebsgeheimnisse / Monopolisierung von Außenkontakten
- Berichterstattung und Werbung (Werbeetat als Drohpotential gegenüber Medien)
- Rechtliche Maßnahmen (einstweilige Verfügung, Gegendarstellung)
- Umgang mit öffentlicher Kritik am Unternehmen / Kommunikation mit Verbraucherverbänden und Umweltgruppen / Kommunikation mit Kritikern / Bereitschaft zu Podiumsdiskussionen, Hearings / Umgang mit „Kritischen Aktionären“ / Image-Verlust-Vermeidungs-Strategien / Integration von Kritik in die Unternehmensevolution
- Replik-Strategien / Steigerung des Allgemeinheitsniveaus / Ad-hominem-Replik (Unglaubwürdigmachen der Kritiker) / Alii-quoque-Argumente / Verweltanschaulichung des Konflikts (Kontext-Verschiebung) / Unterstellung undeklarierter Absichten / „Mimikry der Sachlichkeit“ / Einsatz von Drohpotentialen („Abwanderung“)
- Stellung zu diversen Medien / Printmedien (Zeitungen, Illustrierte) / Radio und TV / Neue Medien (z.B. Internet)
- Umgang mit dem Prinzip der Publizitätspflicht :Bilanzierung des Betriebsergebnisses / Publizierung von Investitionsstrategien
- Art der Selbstpräsentation gegenüber der Öffentlichkeit
- Existenz, Stellung, Auftrag und Rolle der Medienbeauftragten
- Begehbarkeit des Unternehmens (Führungen, Tag der offenen Tür)
- Präsentationsprofil in Stellenannoncen
- Präsentation in der Werbung
Sponsoring
- Umweltsponsoring
- Sozialsponsoring
- Sportsponsoring
- Kultursponsoring
- Gesundheitssponsoring
- Wissenschaftssponsoring
1.3 Leitbilder
In den Leitbildern zeigen sich faktisch gelebte Überzeugungen in konkreten Gesellschaften und Kulturen.
Leitbilder definieren wir mit Dierkes (Dierkes, 1992) und in Anlehnung an Max Webers Begriff des „Kulturideals“ als verhaltensstimulierende Wertvorstellungen. Leitbilder drücken sich häufig in Maximen bzw. als subjektive Grundsätze des Handelns (Kant) aus. Sie prägen Verhaltensweisen in mehreren sachlichen Bezügen (Umgang mit Zeit, Einstellung zu Risiken, Beziehungen zu Kollegen und Konkurrenten usw.). Positiv betrachtet kann sich in Leitbildern durchaus die Weisheit von Bevölkerungsgruppen oder mehrheitlichen Bevölkerungssegmenten für den Umgang mit Gegenstandsbereichen ausdrücken. Da Leitbilder ambivalent sind und sowohl moralisch erwünschtes als auch moralisch inakzeptables Verhalten generieren und verstärken können, bedarf es einer Überprüfung der Leitbilder auf der Basis der Grundnormen. Dies entspricht formal bzw. analog dem Verfahren, das Kant in der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ vorstellt, wenn er fordert, daß die Maximen des Handelns eines jeden Menschen am Allgemeinen Gesetz geprüft werden müssen. Im günstigsten Fall stellt ein Leitbild sozusagen das Streben nach Verwirklichung von Zuständen dar, die durch Grundnormen intendiert sind, wie z.B.: „Solidarität mit Untergebenen“, „Solidarität mit sozial Schwachen“, „Mitsein und Füreinanderdasein von Mensch und Mitwelt“, „Sustainable Development“, „Nachhaltigkeit“, „Subsistenz“, „Small is beautiful“, „Entschleunigung“.
Im ungünstigsten Fall konterkarieren Leitbilder Grundnormen. Leitbilder suggerieren eine kollektive Entscheidung, ja sogar Konsens (z.B. Konsumstandards), und können entsprechend der Ambivalenz der Antriebsstrukturen sowohl destruktive als auch konstruktive Potentiale im Umgang mit Mensch und Natur verstärken, wie z.B.: „Ellenbogengesellschaft“, „heute kaufen - morgen bezahlen“, „größer - schneller - höher“, „ständiges Wachstum“, „Protzige Eleganz und Grandiosität“, „ständige Erreichbarkeit“, „Zeit ist Geld“, „wenn wir's nicht tun, dann tun's andere“, „Klappern gehört zum Geschäft“, „aus den Augen, aus dem Sinn“, „die Welt will betrogen sein“, „Global Player“. Damit die zerstörenden Potentiale in ihrer Entfaltung eingedämmt werden können, müssen Diskurse stattfinden, in denen die dominanten Leitbilder an den Grundnormen des Ordnungswissens einer Kultur auf ihre Funktion für das Überleben von Mensch und Natur hin getestet werden (vgl. Todorov, 1985)
Zur Bewertung eines Unternehmens unter dem Aspekt der Kulturverträglichkeit gehört es daher, seine Affinität sowohl zu den destruktiven als auch zu den konstruktiven Leitbildern zu ermitteln, die in der Gesellschaft angeboten werden. Es ist gar nicht selten, daß zwei Unternehmen derselben Branche und Größe sich im Hinblick auf die von ihnen befolgten Leitbilder radikal unterscheiden. Jedes Unternehmen hat seine eigene Herkunft und Geschichte und verarbeitet die gesellschaftlichen Einflüsse, in denen es steht, auf seine Weise.
Was noch geleistet werden muß, ist die Ordnung der Leitbilder im Hinblick auf ihre Zentralität und die ethische Bewertung der Leitbilder im Hinblick auf ihren konstruktiven oder destruktiven Charakter hinsichtlich der Sicherung des Bio-Überlebens von Mensch und Mitwelt.
2. Sozialverträglichkeit
2.1 Sozialverträglichkeit der Unternehmensorganisation
Führungsgrundsätze ( siehe auch bei Kulturverträglichkeit)
- Existenz und Wortlaut von Führungsgrundsätzen
- Entstehungskontext von Führungsgrundsätzen / Art der Verabschiedung der Führungsgrundsätze (Verfahren) / Begründung hinsichtlich ihrer Akzeptabilität / Bezug zur Wirtschaftsethik
- Existenz eines obersten Führungs-Prinzips / Wortlaut des obersten Führungs-Prinzips (ggf. formell, informell) / Konkrete Anwendungsfälle des Prinzips in der Unternehmenspraxis / Impliziter oder expliziter Bezug des Prinzips auf bestimmte Grundsätze der Ethik
- Existenz eines normativen Verhaltenskodex / Konkrete Anwendungsfälle des Kodex in der Unternehmenspraxis / Drohung mit Sanktionen bei Verstößen (Art und Umfang der Sanktionen)
- Implementation und Applikation von Führungsgrundsätzen
- Grad der empirischen „Wiederfindbarkeit“
- Implementations-Strategien / Existenz distinkter Auslegungskriterien (z.B. konkrete Beschreibung von „Mobbing“) / Existenz von Optimierungs- bzw. Approximations-Strategien
- Existenz schriftlich fixierter und den Mitarbeitern zugänglicher Führungsgrundsätze / Anerkennung von Delegierung von Entscheidungsbefugnissen und Selbstkoordination der Mitarbeiter als Führungsgrundsätze / Existenz einer institutionalisierten Mitbestimmung der Mitarbeiter bei der Planung, Entscheidung, Anordnung und Kontrolle / Anwendung von „Management by ...“-Konzepten / Grad der detaillierten Festlegung der von den Mitarbeitern zu erfüllenden Aufgaben durch die Vorgesetzten / Beurteilung der Bedeutung der Stabsstellen durch die Linie
Hierarchie
- Anzahl der Hierarchieebenen im Unternehmen und Veränderung derselben in den letzten fünf Jahren
- Unternehmensbereiche mit gruppenorientierten Organisationsstrukturen (gegeben, geplant)
- Existenz und Detailliertheit operationalisierter Zielvorgaben für Organisationseinheiten (Abteilungen, Filialen, Profitcenter, Investmentcenter, Costcenter): Bereiche unter der Entscheidungskompetenz der Zentrale / Bereiche bzw. Organisationseinheiten mit eigener Entscheidungskompetenz
- Förderung der Eigenständigkeit von Mitarbeitern
- Eigenbeurteilung des Führungsstils (z.B. „kooperativ“ oder „autoritär“) und der -kompetenz durch die Führungsebene
- Institutionalisierung von Kommunikations- und Berichtswegen (Umfang)
- Beurteilung informeller Kommunikations- und Berichtswege durch die Geschäftsleitung
- Handhabung von Kontrollmechanismen
- Institutionalisierung und Lokalisierung von Innovationsprozessen (z.B. Verankerung in bestimmter Abteilung)
- Institutionalisierung von Konfliktlösungsmechanismen (z.B. Schiedsmann, Ombudsfrau, Ethikbeauftragte)
- Formelle Information der Mitarbeiter (Umfang und Inhalt)
- Anrede der Mitarbeiter in hausinternen Schreiben
Organisationsstrategien
- Zentralität, Dezentralität
- Beteiligungspolitik (Tochterfirmen, Verschachtelung)
Betriebsrat, Mitbestimmungsgremien
Gewerkschaften, Tarifpartnerschaft
- Haustarife, Tarifverträge
- Häufigkeit von arbeitsrechtlichen Konflikten mit Gewerkschaften in den letzten fünf Jahren
- Aktivitätsprofil der Gewerkschaften im Betrieb
Mitbestimmung am Arbeitsplatz
- Teilautonome Arbeitsgruppen
- Individuelle Entscheidungskompetenzen
- Bereiche partizipativer Entscheidung
- Zugestandene Zeitsouveränität
Vorschlagswesen
- Praktikables und funktionierendes Systems des Vorschlagswesens im Unternehmen
- Förderung der Beteiligung der Belegschaft am betrieblichen Vorschlagswesen / Institutionalisierung des Vorschlagswesens in den betrieblichen Führungsgrundsätzen / Regelmäßige und angemessene Prämierung von Verbesserungsvorschlägen (z.B. Patentanmeldung) / Controlling der Umsetzung von Vorschlägen durch die Geschäftsleitung / Konstruktives Umgehen mit Kritik (keine Diskriminierung der Kritiker)
2.2 Interne Anspruchsgruppen: Allgemeine Interessen
Arbeitszeitregelungen
- Flexibilisierung / Berücksichtigung der Interessen der Arbeitnehmer nach Selbstbestimmung und sicherer Beschäftigungsperspektive trotz allem Interesses des Unternehmens an Arbeitszeitflexibilisierung (Wettbewerb, variierende Nachfrage) / Berücksichtigung individueller, gesellschaftlicher und kultureller Zeitplananforderungen bei der Gestaltung flexibler Zeitorganisation (Fahrpläne, Schulzeiten, Familienzeiten) / Umfang der als teilbar oder flexibilisierbar geltenden Arbeitsstellen im Betrieb / Fünf-, Sechs- oder Sieben-Tage-Woche als Ausgangspunkt einer betrieblichen Arbeitszeitflexibilisierung / Wichtige Faktoren bei der Frage nach der Entkoppelung von Arbeitszeit und Betriebszeit (Steigerung der Produktivität, langfristige Sicherung der Arbeitsplätze)
- Umfassendes Konzept zur Gestaltung des Arbeitszeitvolumens als Reaktion auf saisonbedingte Gestaltung betrieblicher Arbeitszeiten / Kompensation von Mehrarbeitsstunden bzw. Leerläufen im Rahmen einer Jahresarbeitszeitregelung / Kompensation im Rahmen von Arbeitszeitkorridoren / Kompensation im Rahmen eines Teilzeitarbeitskonzeptes / Kompensation im Rahmen eines Zeitkontenregelungen / Kompensation im Rahmen individueller Vereinbarungen über tägliche oder wöchentliche Arbeitsverkürzungen, über wöchentliche oder monatliche Arbeitspausen (individuelle Wahlzeiten)
- Arbeitszeitverkürzung / Starre festgelegte Arbeitszeiten, keine Flexibilisierung / Umfang der Abweichungen von der Regelarbeitszeit pro Woche/ Die Arbeitszeitverkürzung erfolgt ohne oder mit Lohnausgleich / Die Verlängerung der Arbeitszeit ist oder ist nicht zuschlagspflichtig
- Berücksichtigung von Mitarbeiterbedürfnissen / Regelung von Konfliktfällen bei der Festlegung von Urlaubszeiten / Berücksichtigung sozialer, religiöser und kultureller Bedürfnisse
Arbeitsplatzsicherheit
- Verständnis des Unternehmens von „Arbeit“ (ausschließlich Produktionsfaktor oder Existenzsicherung und Daseinserfüllung des Menschen) / Berücksichtigung zusätzlicher Gesichtspunkte neben Kostenfaktoren bei der Entscheidung über Arbeitsplätze / Einstellung der Geschäftsführung zu einer „hire and fire“- Personalpolitik / Einstellung der Geschäftsführung zu befristeten Arbeitsverträgen
- Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses / Gewährung von Erziehungszeiten für Eltern über die gesetzliche Norm hinaus / Förderung gesellschaftlicher Aktivitäten von Mitarbeitern (z.B. Freistellung für ein Soziales Jahr) / Ein stellung des Unternehmens zu einem Sabbatjahr / Anpassungsweiterbildung bei Wiederaufnahme der Arbeit / Wiedereinstellung straffällig gewordener Mitarbeiter
- Förderung der Weiterbildung der Mitarbeiter als Instrument zur Sicherung von Arbeitsplätzen
- Vorrangiges Angebot von Arbeits- bzw. Ausbildungsplätzen an Kinder von Mitarbeitern
Betriebsklima, Mobbing (siehe auch bei Kulturverträglichkeit)
- Klima der Offenheit und Ehrlichkeit als Grundlage für ein Eingestehen und Korrigieren von Fehlern; Pflege eines offenen Diskussionsklimas
- Transparenz der Unternehmensziele, der unternehmensinternen Werte und Normen; hohes Maß an Zustimmung zu den Unternehmenszielen in der Belegschaft
- Rechtzeitiges Informatieren der Belegschaft über Änderungen der Unternehmensziele; Änderungen werden zwischen Unternehmensleitung und Belegschaft diskutiert
- Förderung der persönlichen Initiative der einzelnen; Belohnung von Selbständigkeit und Kreativität
- Förderung der Kooperation zwischen einzelnen Mitarbeitern oder zwischen einzelnen und Gruppen, unabhängig von der Hierarchiestufe
- Rücksichtnahme auf individuelle psychische und physische Disponiertheit von Mitarbeitern sowie auf familiäre Streßsituationen
- Delegerung der Gestaltung von Arbeitsplatz und Arbeitszeiten an teilautonome Gruppen
- Veranstaltung eines jährlichen Betriebsfestes oder eines Betriebsausflugs
- Erhöhung der Mitarbeitermotivation durch urlaubsähnliche Reiseveranstaltungen für Teile der Belegschaft
Humanisierung der Arbeitsbedingungen
- Volle Berücksichtigung des im Grundgesetz garantierten Schutzes der Menschenwürde, des Rechts auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, der Gleichheit vor dem Gesetz und der Gleichberechtigung von Männern und Frauen bei der Gestaltung der Arbeitsplätze und der Arbeitsbedingungen; Versuch einer Vermittlung zwischen Effektivität und Sachgerechtheit einerseits und Humanität andererseits: Haltung des Unternehmens gegenüber Schutz und Förderung der freien Entfaltung der Persönlichkeit im Betrieb/ Versuch, den humanen und sozialen Bedürfnissen und Rechten der Arbeitenden in hohem Maße zu entsprechen / Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit / Physische und psychische Gesundheit der Arbeitenden als entscheidende Faktoren in der Planung von Fertigungstechniken
- Volle Berücksichtigung des Subjektcharakters der Arbeitenden : Kreative Arbeitsinhalte / Selbstverwirklichung durch Abwechslung, Mitgestaltung und Mitverantwortung / Job-Rotation / Job-Enlargement / Job-Enrichment
Einstellungs- und Entlassungsgrundsätze
- Vorrangige betriebsinterne Ausschreibung offener Stellen
- Berücksichtigung sozialer Aspekte bei der Einstellung : Alter / Nationalität / Familienstand / Geschlecht / Langzeitarbeitslosigkeit / Umschulung
- Zeitliche Befristung von Neueinstellungen (Dauer, Verlängerungsmöglichkeit, Übernahmechance)
- Einführung neuer Mitarbeiter in das Unternehmen / Einführung durch mündliche Unterweisung / Einführung durch Einführungsdokumente / Einführung durch Vorgesetzte oder Kollegen / Einführung nur auf den Arbeitsplatz bezogen oder allgemein
- Auswahlgrundsätze und -kriterien für die Entlassung von Mitarbeitern / Absprache der Grundsätze mit dem Betriebsrat / Berücksichtigung sozialer Aspekte über das gesetzlich Notwendige hinaus (Alter, Betriebstreue, Familienstand, Geschlecht, Nationalität, Religion)
- Übernahme sozialer Verantwortung bevor eine nicht-betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen wird (z.B. wegen Alkoholismus)
- Unterstützung und Förderung entlassener Mitarbeiter : Unterstützung bei Stellensuche / Förderung durch Umschulungs- oder Fortbildungsmaßnahmen / Bevorzugte Berücksichtigung bei Einstellungen
Entlohnung, Prämien, Gewinnbeteiligung
- Existenz von den Mitarbeitern bekannten Grundsätzen für die Anwendung unterschiedlicher Entlohnungsformen
- Für Mitarbeiter transparente Regelung der Einordnung in unterschiedliche Lohn- und Gehaltsstufen / Umfang der Lohnspanne zwischen niedrigstem und höchstem Entgelt (Prozentsatz) / Präferenz des Unternehmens für bestimmte Entlohnungsformen
- Zeitlohn / Entlohnung nach Tarif (unter, über Tarif) / Differenzierung der Entlohnung nach Geschlecht, Familienstand, Alter, anderen Gesichtspunkten
- Akkordlohn / Möglichkeit der betroffenen Mitarbeiter zur Mitbestimmung bei der Festsetzung der Akkordrichtsätze und Vorgabezeiten / Mitbestimmung der Entgeltverteilung durch die Gruppe bei Gruppenakkord (Umfang der Mitbestimmung)/ Berücksichtigung sozialer Aspekte bei Gruppenakkord / Grundsätze für den Umgang mit Mitarbeitern, die den Akkord nicht leisten können
- Prämienlohn / Ausbezahlung von Prämien für besondere Leistungen / Mehrleistung / Unterschreiten der Vorgabezeit / Verringerung der Ausschußquote / Material- oder Energieeinsparung / Ökologische Verbesserungen / Sonstige Leistungen / Ausbezahlung von Prämien auch nach sozialen Gesichtspunkten
- Provisionen / Animierung der Mitarbeiter zum „Verkauf um jeden Preis“ aufgrund hoher Provisionssätze und entsprechend geringem Fixum / Möglichkeit einer zeitintensiven Kundenberatung durch relativ hohes Fixum / Differenzierung der Provisionssätze / Differenzierung der Provisionssätze nach ökologischen Aspekten / Differenzierung der Provisionssätze nach sozialen Aspekten
- Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter / Erfolgsbeteiligung auf allen Ebenen / Erfolgsbeteiligung nur auf Führungsebene / Kompetenz und Entscheidungsträger bzgl. Umfang der Erfolgsbeteiligung / Kriterien der Verteilung auf die Mitarbeiter (Dauer der Betriebszugehörigkeit, Stellung in der Hierarchie, als Anreiz für jüngere Mitarbeiter) / Art der Verteilung / Zusätzlicher Lohn (Barausschüttung) / Gläubigerpapiere / Beteiligungswerte
- Bewußte Förderung der Mitbestimmung durch die Art der Beteiligung (z.B. Stimmrecht von Belegschaftsaktien)
- Verfügungsbeschränkungen für Gläubigerpapiere bzw. Beteiligungswerte
- Auswirkungen einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses auf aufgelaufene Erfolgsbeteiligungen
- Form der Verlustbeteiligung der Mitarbeiter
- Zukunftsvorsorge / Vom Unternehmen abgeschlossene Kapitallebensversicherungen für Mitarbeiter (Versicherungshöhe, Dauer der Betriebszugehörigkeit bei Versicherungsabschluß) / Vereinbarungen über Betriebsrenten
- Sonstige Entgelte / Besondere Konditionen für den Personaleinkauf / Zusätzlich bestimmte Deputate für Mitarbeiter (Jahreswagen) / Weihnachtsgeld / Urlaubsgeld / Zuwendungen aus familiären Anlässen (z.B. Geburt) / Jubiläumszuwendungen / Kostenübernahme (z.B. Fahrtkosten)
Gesundheit
- Sicherheit am Arbeitsplatz
- Betriebliche Gesundheitspolitik, besondere Aktivitäten zur Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung der Belegschaft
- Innerbetriebliche Gesundheitsbilanz / Krankheitstage allgemein / Durch den Produktionsprozeß bedingte Berufskrankheiten / Unfallstatistik, Zahl der Berufsunfälle / Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen
- Aktive Sorge um die Gesundheit seiner Belegschaft / Betriebsärztin, Sanitäter, Erste-Hilfe-Station / Sport- und Fitnesskurse (Angebot, Finanzierung, Förderung) / Eigene Fitnesseinrichtungen im Betrieb / Ergonomie am Arbeitsplatz / „Saubere“ Arbeitsplätze (MIK, MAK) / Abgetrennte Ruhezonen vorhanden, tatsächliche Nutzung möglich / Einhaltung von Ruhepausen möglich / Zubereitung von Speisen in der Betriebskantine nach gesundheitlichen Maßstäben (z.B. Vollwertkost)
Personalentwicklung
- Grundsätzliche Betrachtung der Mitarbeiter als „human ressource”, d.h. nach ökonomischen Zielen und Werten
- Assessment Center als Instrument qualifizierter Personalfindung
- Beteiligung der Fachabteilungen des eigenen Betriebes an der qualifizierten Personalsuche und -auswahl
- Angebot und Förderung von Weiterbildung und Höherqualifizierung (unternehmensintern, -extern)
- Innerbetriebliche Beurteilung der Beschäftigten in regelmäßigen Abständen / Einsichtnahme durch die Betroffenen / Begründung der Beurteilung durch die Vorgesetzten / Möglichkeit der Stellungnahme und zum Einspruch gegen die Beurteilung
- Lohn- und Gehaltsfindung nach Qualitätsmerkmalen (Ausbildung, Erfahrung, Verantwortung)
Sozialeinrichtungen
- Aufenthaltsräume / Kinderbetreuung / Kantine, Kiosk / Hygieneräume / Ruheräume
2.3 Interne Anspruchsgruppen: Besondere Interessen
Ältere Arbeitnehmer
- Besondere Rücksichtnahme auf die körperlichen und geistigen Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer
- Attraktive Vorruhestandsregelungen
- Alters-Teilzeit, gleitender Ruhestand
- Möglichst sozialverträgliche Freisetzung älterer Arbeitnehmer (z.B. besondere Berücksichtigung geleisteter Arbeit)
Angelernte Arbeitnehmer
- Betreuung beim Anlernprozeß
- Möglichkeit zur Weiterqualifizierung
Ausländische Arbeitnehmer
- Prozentualer Anteil ausländischer Arbeitnehmer an der Belegschaft / Insgesamt / Auf unterer Ebene / Auf mittlerer Ebene / Auf Führungsebene
- Berücksichtigung besonderer Interessen / Existenz eines Ausländerbeauftragten / Versuch einer Eingliederung durch besondere Maßnahmen (z.B. Sprachkurse, auch für Angehörige) / Hilfen für ausländische Arbeitnehmer im Unternehmen selbst (z.B. mehrsprachige Schilder)
- Diskriminierung / Keine Diskriminierung bei der Arbeitsverteilung (z.B. Schmutzarbeiten) / Sanktionen gegen ausländerfeindliche Anfeindungen, Diskriminierungen und Ausschreitungen (Versetzung, Abmahnung bis zu verhaltensbedingter Kündigung) / Demonstrative Maßnahmen des Unternehmens gegen Ausländerfeindlichkeit (z.B. Plakate, offene Briefe, Anzeigen, Demonstrationen, Betriebsversammlungen, internationale Feste) / Eingehen auf religiöse bzw. kulturelle Besonderheiten (z.B. Pausen für Gebete, vegetarische oder koschere Kost in der Betriebskantine)
Auszubildende
- Ausbildungsplätze im Unternehmen (Prozentsatz innerhalb der Belegschaft)
- Möglichst Übernahme der Auszubildenden ins Unternehmen nach der Ausbildung (Prozentsatz der übernommenen Auszubildenden)
- Entwicklung der Zahl der Ausbildungsplätze in den letzten fünf Jahren
Behinderte
- Aufnahme von Schwerbehinderten im Unternehmen; Erfüllung der gesetzlichen Beschäftigungsquote (6 Prozent bei über 16 Arbeitsplätzen im Betrieb)
- Berücksichtigung der Interessen von behinderten Menschen / Speziell für Behinderte eingerichtete oder umgebaute Arbeitsplätze im Betrieb / Behindertengerechte Einrichtung der Betriebsteile, die für Behinderte als Arbeitsplätze in Frage kommen (Fahrstühle, Behinderten-WCs, Türbreiten) / Gewählte Schwerbehindertenvertretung im Unternehmen (Schwerbehindertengesetz)
- Diskriminierung / Bezahlte Ausgleichsabgaben für Behinderten zustehenden Arbeitsplätze (Höhe) und Begründung dieser Praxis
- Regelmäßig Vergabe von Aufträgen an Behindertenwerkstätten (ggf. kritische Sicht dieser Praxis)
- Regelmäßige oder größere Spenden an Behinderte fördernde Institutionen
Frauen
- Frauenanteil / Prozentualer Frauenanteil in der Belegschaft / Insgesamt / In unteren Lohngruppen /Auf mittlerer Ebene / Auf Führungsebene
- Geringer Frauenanteil an „geringfügig Beschäftigten“ (Umfang)
- Hoher Frauenanteil an „außertariflich Beschäftigten“ (Umfang)
- Berücksichtigung der besonderen Interessen weiblicher Arbeitnehmer
- Familienfreundliche Arbeitsbedingungen / Verlängerte Erziehungszeiten / Berücksichtigung der Doppelbelastung Familie und Beruf / Kontakthalteangebote für Eltern im Erziehungsurlaub (z.B. freie Mitarbeit an Projekten) / Frei / halten von Arbeitsplätzen während der Familienpause / Programme zum beruflichen Wiedereinstieg nach einer Familienpause (Rückkehrhilfen) / Keine Diskriminierung von Männern im Erziehungsurlaub / Kein sozialer Druck bei Sonderurlaub wegen Krankheit der Kinder / Angebot der Teilzeitarbeit für Mütter und Väter / Auf allen Ebenen / Nur auf unteren Ebenen / Tendenzielle Förderung / Tendenzielle Behinderung
- Job sharing auf Führungsebene
- Qualifizierte Kinderbetreuung während der Arbeitszeit durch das Unternehmen (Umfang, Finanzierung, Zugangsregelung, Vermittlung)
- Diskriminierung / Gewährleistung der Gleichstellung von Teil- und Vollzeitarbeitskräften, von Männer- und Frauenarbeit / Gezielte Maßnahmen gegen Sexismus und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz / Verzicht auf sexistische oder rollenstereotype Produkt- oder Unternehmenswerbung
- Frauenförderung / Explizite Frauenpolitik (Frauenförderpläne, Frauenbeauftragte) / Ehrliche Bemühung um Erhöhung des Frauenanteils (Einstellungskriterien, Personalentwicklung, Stellenausschreibungen, Frauenquoten) / Erfolgskontrolle der betrieblichen Frauenförderung / Gleichstellung von Frauen und Männern bei Fort- und Weiterbildung / Besondere Seminare und Fortbildungsmöglichkeiten für Frauen
- Arbeitnehmerinnen in LDCs / Höhe der Alphabetisierungsquote der beschäftigten Frauen / Zwang zur Sterilisation oder zur Abtreibung / Besonderen Kündigungsschutz für Frauen / Mutterschutz oder besonderen Schutz in der Stillzeit / Grundsätzliche Diskriminierung oder Benachteiligung (Lohn, Arbeitszeit, Arbeitsinhalt) / Aktives Engagement gegen gesellschaftliche Benachteiligung durch den Betrieb (Schulungen, Stipendien, Berufsausbildung, Kreditvergabe) / Programme gegen die Feminisierung der Armut (Bildung, Information) / Besondere Maßnahmen gegen die Gewalt gegen Frauen / Beschäftigung von Wanderarbeiterinnen (Umfang) / Betriebliche Gesundheitsprogramme (z.B. Aids-Prävention) / Bevorzugung von Frauenkooperativen als Zulieferer oder Partner / Kredite für Frauen und Frauenprojekte (Banken)
Freie Mitarbeiter
- Beschäftigung von Freien Mitarbeitern, die vorher im Betrieb angestellt waren
- Scheinselbständigkeit (Unabhängigkeit nur im juristischen, nicht im ökonomischen Sinne)
- Vergleichbarkeit der Einkommen und Löhne von Freien Mitarbeitern mit den Lohnkosten im Betrieb
Geringfügig Beschäftigte
- Anteil von Beschäftigten mit Arbeitsverträgen unter der sozialversicherungspflichtigen Grenze (Prozentsatz)
Jugendliche
- Anteil von Jugendlichen an der Belegschaft (Prozentsatz)
- Altersgemäße Behandlung von Jugendlichen
- Systematisches „Aufbauen“ von Jugendlichen, Unterstützung ihrer persönlichen Entwicklung durch Mentoren, Fort- und Weiterbildung
- Jugendvertretung im Betrieb
Kinder
- Keine Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren
- Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren in Kurzzeittätigkeiten
- Auswahl der Zulieferer nach dem Kriterium „Kinderarbeit bei der Produktion“ (z.B. Rugmark-Gütesiegel)
Kranke
- Einschätzung von Krankheit (Drückebergerei, Schicksal)
- Präventionsbemühungen des Unternehmens (s. auch 2.2.7)
- Anerkennung der Verantwortung des Unternehmens bei betriebsbedingter Krankheit
Langzeitarbeitslose
- Engagement zur Wiedereingliederung
Vorübergehend Beschäftigte (insbesondere Leiharbeiter, Praktikanten, Zivildienstleistende)
- Keine Diskriminierung vorübergehend Beschäftigter durch die dauerhaft beschäftigten Mitarbeiter; Integration ins soziale „Unternehmensleben“
- Im Vergleich zu dauerhaft Beschäftigten gleich attraktive Arbeit und gleicher Lohn
- Gleiche Sicherheitsstandards im Arbeitsprozess für vorübergehend Beschäftigte (Leiharbeiter)
- Vorübergehend Beschäftigte kein Ersatz für reguläre Planstelle einer dauerhaft Beschäftigten
- Gründliche Einarbeitung der vorübergehend Beschäftigten (insbesondere Praktikanten und Zivildienstleistende)
- Verstärkung des Zwangsarbeitscharakters des Zivildienstes durch Zuteilung zu überfordernden oder unattraktiven Aufgaben
- Berücksichtigung des Lerncharakters eines Praktikums durch intensive Betreuung; Gewährung eines fundierten Einblicks in die Arbeitswelt
2.4 Produkte
Besondere Produktbereiche
- Gentechnisch hergestellte Produkte und gentechnische Verfahren / Gentechnik an der außermenschlichen Natur / Mikrobieller Schadstoffabbau / Gentechnisch direkt veränderte Lebensmittel / Gentechnisch indirekt veränderte Lebensmittel (Fermentierung, Enzyme, Zusatzstoffe) / Herbizidresistente Nutzpflanzen / Biologische Schädlingsbekämpfung / Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen / Produktion und Nutzung transgener Tiere
- Gentechnik am Menschen / Gentechnisch hergestellte Pharmazeutika / Mitarbeiter-Screening / Gendiagnostische Verfahren („genetic counseling“) / Somatische Gentherapie / Aussicht auf Embryonenforschung, Keimbahntherapie / Sonstige gentechnologische Forschung (z.B. Viren, Onkogene)
- Militärgüter (dual use, Konversion, Export, Abc-Waffen, konventionelle Waffen)
- Produkte mit Tierversuchen
- Atomkraft
- Pornographie
- Suchtmittel
Geplante Obsoleszenz
- Bewußte Beschleunigung der physischen Alterung der Produkte (z.B. Sollbruchstellen)
- Herstellung langlebiger Produkte / Produktdesign und -material / Lieferbarkeit von Ersatzteilen / Reparierbarkeit
- Bewußte Beschleunigung psychischer Obsoleszenz (z.B. Werbung)
3. Naturverträglichkeit
3.1 Umgang mit Umweltinstitutionen
Einstellung zur Ziel- und Prinzipientrias des Umweltrechts
- Bekenntnis des Unternehmens zum Verursacherprinzip
- Bekenntnis des Unternehmens zum Vorsorgeprinzip
- Bekenntnis des Unternehmens zum Kooperationsprinzip
Strategie des Unternehmens, Umweltrisiken zu identifizieren und darüber zu kommunizieren (z.B. mit Behörden)
Möglichkeiten zur Überprüfung der vom Unternehmen gemachten Angaben
Externalisierungsstrategien
- Bewußte Externalisierung von Umweltkosten (ggf. positive oder negative Haltung des Unternehmens zur Externalisierung)
- Art der externalisierten Kosten
- Verlagerung umweltschädigender Produktion ins Ausland
Zugriffs-Entzugs-Strategien (Strategien der Vermeidung von Re-Integration externalisierter Kosten) / Ausnutzung von Verantwortungsdiffusion / Abwälzen von Verantwortung auf Gesetzgeber u.a. Institutionen
Internalisierung des Umweltrechts in die Unternehmens-organisation
- Umweltschutzmanagement / Zuständigkeit für Umweltschutz im Unternehmen: Umweltschutzbeauftragter, Umweltschutzabteilung, andere Zuständigkeiten / Stellung der Umweltschutzbeauftragten bzw. -abteilung im Unternehmen (Zuständigkeitsprofil) / Zugangsmöglichkeiten der für Umweltschutz Verantwortlichen zur Unternehmensleitung (Ansiedlung in der Unternehmenshierarchie, „heißer Draht“ zur Geschäftsleitung o.ä.)
- Vermittlung des Umweltrechts an Mitarbeiter (Schulung der Mitarbeiter in Bezug auf umweltrechtliche Vorschriften)
- Grad der Verknüpfung zwischen Umweltbeauftragten, Belegschaft und Unternehmensführung (subversiver Einzelkämpfer oder „Fisch im Wasser“)
Mitgliedschaft in Umweltverbänden oder -initiativen
- Mitgliedschaft in „grünen“ Umweltverbänden wie BAUM, Future, UnternehmensGrün; Ausrichtung des Unternehmensprofils in Richtung „Ökologie“ (z.B. Beteiligung an Kampagnen, Initiativen)
- Mitgliedschaft in anderen Umweltorganisationen (z.B. BUND, NABU, Greenpeace); erkennbare diesbezügliche Aktivitätsprofile
- Mitgliedschaft in anderen Unternehmensverbänden und Dachorganisationen (konkurrierende, sich widersprechende Mitgliedschaften und diesbezügliches Bewußtsein)
Öko-Audit; Produktlinienanalyse
- Erstellung eines Umwelt-Audits im Rahmen eines Ökomanagementsystems („environmental audit“) / Umwelt-Erst-Audit („Gründungsbilanz“ des Umweltmanagements) / Umwelt-Folge-Audit / Initiative für das Audit / Internes Audit / Externes Audit (z.B. angeregt von Abnehmern, Versicherungen) / Zielsetzung des Audit / Verfahrens-Audit (Herstellungsverfahren, technologische Prozesse) / System-Audit (Aufbau- und Ablauforganisation) / Regelmä-ßigkeit der Prüfung / Institutionalisierung einer regelmäßigen Prüfung (planmäßiges Audit) / Versuch einer regelmäßigen Prüfung / Unregelmäßige Prüfung (außerplanmäßiges Audit, z.B. bei neuen Verordnungen oder als Marketingmaßnahme)
- Überprüfung der Wirksamkeit des Umweltmanagementsystems bzw. des Umweltverhaltens des Unternehmens durch das Umwelt-Audit / Abweichungen bezüglich eigener Vorgaben (Umweltprogramm) und Umweltgrundsätzen / Abweichungen bezüglich staatlicher Anforderungen und Umweltvorschriften
- Umfang des Umwelt-Audits / Umfassende Untersuchung des betrieblichen Umweltschutzes an einem Standort / Auswirkungen der Tätigkeiten auf verschiedene Umweltbereiche / Energiemanagement, -einsparungen und -quellen) / von Rohstoffen, Wasserbewirtschaftung und -einsparung / Vermeidung, Recycling, Wiederverwendung, Transport und Endlagerung von Abfällen / Lärmbelästigung innerhalb und außerhalb des Standorts / Produktionsverfahren / Produktplanung bzgl. gesamtem Produktlebenszyklus / Betrieblicher Umweltschutz bei Abnehmern und Lieferanten / Verhütung umweltschädigender Unfälle / Mitarbeiterschulung bzgl. ökologischer Fragestellungen
- Festlegung eines Umweltprogramms durch das Unternehmen / Verpflichtungen und Ziele / Mittel (kurz-, mittel-, langfristig)
- Festlegung eines Umweltmanagementsystems durch das Unternehmen / Betriebliche Umweltpolitik / Organisatorische Verankerung der Umweltpolitik im Unternehmen / Aufbau- und Ablaufkontrolle / Bewertung und Registrierung der Auswirkungen auf die Umwelt / Umweltmanagement-Dokumentation
- Durchführung interner Umweltbetriebsprüfungen (mit Berichten) / Produkt-Ökobilanzen (Sachbilanz, Wirkungsbilanz) / Ökologische Produktoptimierung / Schwachstellenanalysen des Managementsystems / Produktlinienanalysen
- Erstellung bzw. Revision von betriebsspezifischen Umweltzielen und -erklärungen und Veränderungen bezüglich des vorangegangenen Audits
- Beteiligung eines breitgefächerter Personenkreises mit unterschiedlichen Ansprüchen bei Erstellung, Verifizierung und Diskussion des Umwelt-Audits / Beteiligung von Vorstand oder Betriebsleitung / Beteiligung von Arbeitnehmern bzw. deren Interessenvertretern / Beteiligung von Kunden / Beteiligung von Lieferanten / Beteiligung des Staates / Beteiligung der Öffentlichkeit / Beteiligung von Umwelt- und Verbraucherverbänden
- Motive für die Einführung eines Umwelt-Audits / Minderung von Umweltrisiken / Verbesserte Statistik über umweltrelevante Vorkommnisse und Störfälle / Niedrigere Versicherungsprämien für Umweltrisikoabsicherung / Sicherstellung und Nachweis der Einhaltung von Umweltvorschriften / Verminderung der Gefahr von Rechtsstreitigkeiten / Verminderte Bußgelder und Strafen wegen des Verstoßes gegen Vorschriften / Hinweise auf Kostensenkungspotentiale / Erhöhtes Verantwortungsbewußtsein und höhere Zufriedenheit der Mitarbeiter / Hinweise auf erforderliche Mitarbeiterschulung / Verbesserung der Gesundheit der Mitarbeiter / Verbesserung des Umweltvorschlagswesens / Höhere Glaubwürdigkeit gegenüber der Öffentlichkeit / Förderung guter Beziehungen zu Behörden / Firmenimagefördernde Wirkung des Teilnahmezeichens (z.B. auf dem Briefkopf)
- Sonstige Motive
Umgang mit weltweit unterschiedlichen Umweltstandards (siehe auch bei Kulturverträglichkeit)
Verstöße gegen das Umweltrecht
- Grundeinstellung des Unternehmens zum Umweltrecht / Ablehnend-kritische Haltung (zu hohe Standards, zu hohe Regelungsdichte) / Strategischer bzw. passiv-reaktiver Legalismus / Kooperativ-melioristische bzw. aktiv-präventive Haltung / Supererogatorische Haltung (freiwillige Übererfüllung gesetzlicher Standards)
- Anzeigen gegen das Unternehmen oder gegen einzelne seiner Mitarbeiter wegen Verstößen gegen das Umweltrecht / Anzahl und Typ der angezeigten Verstöße (Bezug zu einem bestimmten Gesetz) / Art der Verstöße (Straf-, Zivil-, öffentliches Recht) / Bestechlichkeitsdelikte im weiteren Sinne gegen Vertreter von Umweltbehörden (Anzahl, Ausmaß, Umstände)
- Häufigkeit einer Gerichtsverhandlung im Zusammenhang mit Bestechungsfällen / Ausgang der Gerichtsverhandlungen (Freispruch, Vergleich, Geldbuße) / Instanzenwege rechtskräftiger Urteile
- Regelmäßige Anzeigen oder Urteile gegen das Unternehmen wegen gleichartiger Delikte / Bewußte Inkaufnahme von Geldbußen durch das Unternehmen / Erhöhung oder Verringerung der Frequenz solcher Delikte
- Konsequenzen des Unternehmens aus etwaigen Verstößen (Lernwilligkeit des Unternehmens) / Auswirkungen der Verstöße (Verurteilung, Bußgelder, Anzeigen) auf die Personalpolitik / Auswirkungen der Verstöße (s.o.) auf den Produktionsablauf / Auswirkungen der Verstöße (s.o.) auf die Organisation des Unternehmens
- Repressionen oder Drohungen als Reaktion des Unternehmens auf mögliche Anzeigen oder Klagen
- Möglichkeit der Überprüfung der gemachten Angaben durch glaubwürdige Dokumente
3.2 Umgang mit Umweltinformationen
Deklaration von Inhaltsstoffen
- Grad der Erfüllung gesetzlicher Minimalvorschriften
- Überschreitung von gesetzlichen Verpflichtungen durch das Unternehmen (Umfang und Bereich der Überschreitung) (s. auch 2.4.1.2.4)
Management-Informations-System
- Umgang des Unternehmens mit internen umweltrelevanten Erkenntnissen (Auffindung, Umsetzung, Weitergabe)
- Umgang des Unternehmens mit externen umweltrelevanten Erkenntnissen
Mitarbeitermotivation
Transparenz von Umweltdaten
- Veröffentlichung einer jährlichen Umweltbilanz (Information über unternehmenseigene Stoffströme, Energieverbrauch, Emissionen, Risiken etc.) (s. auch 2.4.7)
3.3 Lebewesen
Tiere
- Tötung von Tieren / Spezieszugehörigkeit getöteter Tiere / Anzahl getöteter Tiere pro Jahr / Grund und Zweck der Tötung / Art der Tötung
- Schmerzzufügung (ohne Tötung) / 1„Reduce-refine-replace“ Strategien / Tierversuche / Dauer und Intensität bzw. Grad der Belastung gemäß Tier-SchG / Anzahl der Anträge auf Tierversuche welchen Belastungsgrades / Zahl der Genehmigungen der Anträge / Zahl und Grund der Ablehnungen/ Transport von Tieren / Haltungsbedingungen von Tieren
- Forschung an oder Nutzung von transgenen Tieren / Erzeugung pharmazeutischer Stoffe („gene farming“) / Änderung der Nahrungsmittelbeschaffenheit (z.B. fettfreies Fleisch, lactosefreie Milch) / Erzeugung von Resistenzen / Einsatz von Wachstumshormonen / Forschung an transgenen Tiermodellen („Onkomaus“) / Chimärenbildung
- Sonstige Nutzung von Tieren / Weiterverarbeitung von Tierprodukten / Import und Export lebender Tiere oder tierischer Produkte / Zurschaustellung, Zirkus, Zucht u.ä.
- Existenz und Rolle eines Tierschutzbeauftragten
- Verstöße gegen das Tierschutzgesetz
Pflanzen
- Erzeugung, Freisetzung oder Nutzung transgener Pflanzen / Kennzeichnung von Produkten mit transgenen Pflanzen (z.B. Soja) / Forschung und Einsatz herbizidresistenter Pflanzen / Beteiligung an der Patentierung pflanzengenetischen Materials (Monopolisierung)
- Beteiligung an Verdrängungspraktiken von lokalen Sorten und Arten
- Ökologische Verträglichkeit des Pflanzenbaus
- Holznutzung
Mikroorganismen
- Gentechnische Modifikation
- Patentierung gentechnisch veränderter Mikroorganismen (Monopolisierung)
3.4 Energie
- Umweltschonendes Verhalten bei Gewinnung und Nutzung von Energie
Gebäude
- Nutzung bzw. Erschließung von Möglichkeiten zur Verminderung des Wärmeverlusts in Gebäuden
Licht
- Nutzung bzw. Erschließung von Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz der für Beleuchtung eingesetzten -
Wärmeerzeugung
- Optimierung von Heizanlagen
Abwärme
- Nutzung oder Vermeidung von Abwärme
Rationelle Energieverwendung in energieintensiven Unternehmen
- Nutzung der technisch verfügbaren Optionen
Einsatz regenerativer Energien
Energieeffizienz in Kraftwerken
3.5 Stoffe
Abfälle
- Vermeidung und Verminderung von Abfällen bei der Produktion
- Abfälle bei der Verpackung (Transport- und Verkaufsverpackung) / Vermeidung bzw. Verminderung (z.B. ohne zusätzlichen Umkarton) / Berücksichtigung des Produktkreislaufs / Rezyklierfähigkeit (z.B. wenige Stofftypen, kompostierbare Füllstoffe) / Entsorgungsfreundlichkeit (z.B. Trennbarkeit von Papier, Plastik, Glas) / Mehrweg- versus Einwegsysteme (z.B. Flaschen, Gläser)
- Material / Problematische und toxische Stoffe / PVC, PVDC, chlorierte Kunststoffe / Formaldehydharze (Bakelit o.ä.) / Aluminium / Energiebedarf bei Herstellung (z.B. Dosen vs. Glasflaschen) und Transport / Erstellung einer Öko-Bilanz durch das Unternehmen bezüglich der Umweltfreundlichkeit der Verpackung (ggf. Nennung der Methode)
Flächenverbrauch und Boden: Überbauung / Erosion / Vergiftung von Böden und Biotopen
Gefährdete Ressourcen : Vermeidung / Substitution / Sparsamer Umgang
Verwendung fester Stoffe
- Rohstoffproduktivität (in Herstellungs-, Gebrauchs- und Nachgebrauchsphase) / Substitution (erneuerbare Rohstoffe) / Minimierung (Nutzung von Einsparmöglichkeiten) / Verpflichtung auf ein Reduktionsziel
- Vergleich (Konkurrenzprodukte, Konkurrenzfirmen)
Wirkungen
- Toxizität / Akute speziesbezogene Toxizität (z.B. LD 50) / Chronische speziesbezogene Toxizität / Mutagenität / Teratogenität / Kanzerogenität / Endokrine Wirkung / Multiple Chemical Sensitivity
- Biologische Abbaubarkeit
- Akkumulationsfähigkeit der Substanz sowie ihrer Metaboliten / Geoakkumulation / Bioakkumulation / Fettlöslichkeit der eingesetzten Stoffe oder ihrer Metaboliten / Fähigkeit der eingesetzten Stoffe oder ihrer Metaboliten, biologische Membranen zu durchdringen
Wasser
- Absoluter Verbrauch
- Verbrauch im branchenspezifischen Vergleich / Diachron / Synchron
- Art des verbrauchten Wassers / Grundwasser / Flußwasser bzw. Uferfiltrat / Flüsse und Seen / Regenwasser / Eigenständiges Brauchwassersystem (2. Leitungssystem)
- Kläranlagen (Stufen, Stand der Technik)
- Recycling von Wasser (geschlossene Kreisläufe)
- Grundwasser-Relevanz der Produktion / Schadstoffeintrag ins Grundwasser (Art und Ausmaß) / Risiken für Wasserschutzgebiete / Absenkung des Grundwasserspiegels
- Temperaturerhöhung von Flüssen und Seen durch Abwasser
- Verpflichtung auf ein Reduktionsziel
3.6 Transport
Gütertransport / Anteil der Transportmedien / Transportentfernung
Logistik / Beschaffung / Lagerung / Vertrieb
Personentransport
- Dienstwagen
- Job ticket
- Substitution durch Infotechnik (z.B. Videokonferenzen)
- Werklinienverkehr
- Begünstigung von Fahrgemeinschaften und Radfahrern
3.7 Emissionen
Emissionen im Normalbetrieb (Emissionsprofil)
- Durchschnitts- und Spitzenwerte von Emissionen / Regelmäßig anfallende Emissionen / Sporadisch anfallende Emissionen und deren Frequenz
- Art der Emission / Umweltnoxen (schädlich, aber nicht giftig) / Umwelttoxische Emissionen / Schwermetalle (Art und Menge) / Kanzerogene Stoffe (Art und Menge) / Mutagene Stoffe (Art und Menge) / Embryopathische Stoffe (Art und Menge) / Allergene (Art und Menge) / Dioxine und Furane (Art und Menge) / Wirkung auf die Ozonkonzentration / Abbau des stratosphärischen Ozons (z.B. FCKW) / Erhöhung bodennaher Ozonkonzentration (Sommersmog) / Klima- bzw. Treibhaus-relevante Emissionen (Art und Menge) / CO2 (Menge) / CO2-Äquivalente > 1 (Art und Menge)
- Wiedernutzbarkeit bzw. Sanierungsbedürftigkeit des Betriebsgeländes nach Stillegung oder Schließung
- Relation von Emission und Mitarbeiter-Exposition (Immission); Möglichkeit der Abschirmung von Mitarbeitern gegenüber Immissionen
Reduktionsstrategien
- Entwicklung in der Vergangenheit
- Branchenspezifische Relation / Diachron / Synchron
- Emissions-Vermeidungs-Suchstrategien
- Kooperation mit Beratungsagenturen
- Verpflichtung auf ein Reduktionsziel
Emission bei potentiellen Störfällen (Emissionsrisiko)
- Eintrittswahrscheinlichkeit von Störfall-Emissionen
- Existenz von Risikostudien
- Rückhaltbarkeit bzw. lokale Begrenzbarkeit
- Maximales Schadensausmaß von Störfall-Emissionen („worst case“) / Art der Emission / Maximale Sachschäden / Maximale Personenschäden / Maximale Umweltschäden / Versicherbarkeit eines maximalen Schadens / Kompensierbarkeit bzw. Ausgleichbarkeit des Schadens
- Verweildauer in der Umwelt (Abbaubarkeit)
- Wechselwirkung mit anderen Umwelttoxen oder -noxen
- Betriebliche Risikominimierungs-Strategien / Inhärente Sicherheit (Unmöglichkeit menschlichen Versagens) / Redundanzauslegung (mehrere Sicherheitsmaßnahmen hintereinander) / „Containment“ (Zurückhalten auslaufender oder auftretender Schadstoffe) / Relation von menschlichem und technischem Versagen
- Informationspolitik bei Störfällen
3.8 Umwelttechnologie
F&E-Strategien
- Berücksichtigung vorhandener Möglichkeiten umweltschonender Technik bei Neu- und Ersatzinvestitionen durch das Unternehmen
- Entwicklung und Einsatz von Innovationen bei der Weiterentwicklung von Umwelttechnik
Sicherheitstechnik
Substitution
Überwindung von „End-of-pipe-Technologien“
Literaturverzeichnis:
Centre-Info News, Nr. 5 (Nov. 1995).
Die Grenzen des Wachstums werden schon heute überschritten. Der neue Bericht des Club of Rome fordert ein neues Maß für den Wohlstand: Das Ökosozialprodukt soll das Bruttosozialprodukt ablösen, in: Frankfurter Rundschau, 1.6.95, Nr. 126, S. 22; vgl. auch: Wouter van Dieren, Mit der Natur rechnen. Der Neue Club of Rome-Bericht: Vom Bruttosozialprodukt zum Ökosozialprodukt, Basel / Boston / Berlin 1995.
Dierkes, M., Leitbild und Technik. Zur Entstehung und Steuerung technischer Innovationen, Berlin 1992.
Habermas, J., Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. II, Frankfurt a.M. 1981.
Keeney / Renn, et al., Die Wertbaumanalyse. Entscheidungshilfe für die Politik, in: W. Häfele, E. Münch, O. Renn, Hrsg., Sozialverträglichkeit von Energieversorgungssystemen. Eine Studie der Kernforschungsanlage Jülich, Programmgruppe Technik und Gesellschaft, München 1984.
Kersting, W., Probleme der Wirtschaftsethik, in: Zeitschrift für Philosophische Forschung, Nr. 3 (1994), 350-371.
Pieper, J., Menschliches Richtigsein. Die Kardinaltugenden neu bedacht, Freiburg i.Br. 1980.
Roche, P. / Hoffmann, J. / Homolka, W., Hrsg., Ethische Geldanlagen. Kapital auf neuen Wegen, Frankfurt a.M. 1992.
Todorov, T., Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen, Frankfurt a.M. 1985.
Wieland, J., Die Ethik der Wirtschaft als Problem lokaler und konstitutioneller Gerechtigkeit, in: Ders., Hrsg., Wirtschaftsethik und Theorie der Gesellschaft, Frankfurt a.M. 1993.
*) Gekürzte und wesentlich veränderte Fassung vom Februar 2000 gegenüber der 1997 von Johannes Hoffmann, Konrad Ott und Gerhard Scherhorn herausgegebenen Fassung.
[1] Die hier aufgeführten humanen Grundorientierungen leiten sich ab, aus den im FHL genannten universalen, anthropologisch vorgegebenen Antriebsstrukturen (vgl. 92-95: Verantwortung vs. Recht des Stärkeren, Abschottung vs. Offenheit, Überhöhung vs. Bescheidenheit, Konkurrenz vs. Solidarität, Unendlichkeitsdrang vs. Bescheidenheit).
[2] Bei allen sechs unter der Dimension Kulturverträglichkeit aufgeführten Grundorientierungen sind über die genannten Items hinaus auch weitere möglich – und auch im FHL vorhanden –möglicherweise jedoch unter den Dimensionen Natur- oder Sozialverträglichkeit.
Bereitgestellt um 13:44 von Simone Techau | Permalink | Diesen Beitrag per E-Mail senden | Kommentare (0)
Frankfurt-Hohenheim Guidelines
Bernd-Christian Balz / Claudia Döpfner / Klaus Rainer Forthmann / Peter Grieble / Johannes Hoffmann /Claus F. Lücker / Konrad Ott / Lucia Reisch / Thomas Schardt / Gerhard Scherhorn / Hans-Albert Schneider, Eds.
The Frankfurt-Hohenheimer Guidelines*)
Introduction
The Frankfurt‑Hohenheimer guidelines for the ethical assessment of companies have been developed on the basis of interdisciplinary cooperation. The project was conducted under the supervision of Prof. Dr. Johannes Hoffmann, Professor of social ethics in the department of Roman Catholic theology at the Johann Wolfgang Goethe University in Frankfurt; Prof. Dr. Konrad Ott, Professor of environmental ethics at the University of Greifswald; and Prof. Dr. Gerhard Scherhorn, consumer‑affairs economist at the Hohenheim University in Stuttgart, as well as at the Wuppertal Institute for Climate, Environment and Energy. The permanent staff consisted of Pfr. Dipl.-Theol. Claus F. Lücker (Frankfurt); Dr. oec. Lucia Reisch (Stuttgart); as well as three additional economists, all of whom have written their theses specifically on the subject of the ethical foundations of investments: Dipl.-Kfm. Bernd-Chr. Balz (Frankfurt); Dipl. oec. Peter Grieble (Stuttgart); and Dipl.-Hdl. Hans‑Albert Schneider (Frankfurt); and Claudia Döpfner, MA., Assistent at the field of social and economic ethics (Frankfurt). The criteriology presented here is still somewhat of an outline. It has not been elaborated completely in every respect, but rather to different degrees at various levels. Some overlapping and repetitions also remain. Experience will have to show whether or not these can be entirely eliminated. We have attempted to develop the outline to the point where its practical applicability for ethical‑ecological rating is discernible. The testing and further development of it will have take place in practice. The concrete application will always be selective, for it is never the case that more than a selection of the assessment criteria is relevant for any given evaluator and the company under consideration.
The initial thesis
Technological developments, economic systems, and monetary structures do not drop down from heaven. They are neither perfect nor incapable of being influenced but are rather results of social processes within a culture. Culture is indeed changed by them yet at the same the respective culture has the capability, by virtue of the moral understanding inherent in it, to change the present state of economic and technological developments if this state of affairs is experienced by people as destructive and if the natural and social foundations of life appear to be endangered by it.
There is increasing cognizance of the fact that the current form of economic growth is no longer of service to the public welfare or to the preservation of the natural environment but has become an end in itself ‑ one that primarily serves the purpose of increasing monetary wealth, tending at the same time - properly calculated - to reduce prosperity rather than to raise it (Scherhorn et. al. 1997). This is true on a national, a European, as well as on a global scale. Hence there is a growing awareness that all the powers in society will have to be mobilized in order to produce the cultural pressure necessary to enable the social market economy to mediate between liberalism and socialism, competition and solidarity, and between economy and ecology.
It is certainly not possible to bring about a fundamental change in our economic system overnight. But funds could be directed into channels that lead to gradual changes in the everyday world in the direction of encouraging innovations that are socially, environmentally and culturally compatible, thus helping to curb the destructive potentials of our economic system.
Up to now the major rating agencies ‑ e.g. Standard & Poor's, Moody, Euro‑Ratings ‑ have based their assessments of companies and company stocks on such criteria as "financial standing", "profitability", "transaction costs", "validity periods", and "tax considerations". In the meantime, however, the interest ‑ resulting from cultural pressure and social movements ‑ has grown in investing money in accordance with ethical criteria. A growing minority of investors are adopting the viewpoint that property entails responsibility (Roche, Hoffmann, and Homolka 1992).
This tendency has received additional impetus from the growing conviction that in the long run only ethically "clean" companies will be able to succeed on the market, and will also yield higher returns than other investments - if for no other reason than the anticipation by these companies of future regulations. Sufficient reason is provided for this supposition alone by the fact that future statutory regulations will not affect these companies. Investors who so think are supported by studies that have been able to show that on average ethical investments have led to higher yields than the usual type of investments. This was already shown to be the case for the U.S. market in the context of the stock market crash of 1987; in contrast to all conventional investment funds, none of the ethical investment funds suffered any losses.
Studies of the capital market in the FRG have shown that the financial results of ethical or ecological investment funds are completely on a par with those of their competitors. For the time period from January 1991 to August 1993, for example, it could be shown that although the entirety of ethical or ecological investment funds chalked up lower returns relative to the capital market index, they constituted a lesser risk. The examination of individual ethical or ecological investment funds showed results that in some cases were better than traditional investment funds. "The results of a large‑scale study conducted by the (American) Social Investment Forum have far exceeded all expectations. Ethical investments experienced their big upswing in the 1980s, with the worldwide observance of the boycott of South Africa on the part of both consumers and investors. Over 90 percent of the funds managed in accordance with ethical criteria made use of three or more criteria. Thus positive criteria, which provide companies with a greater motivation to make improvements, are rapidly increasing nowadays in ethically managed portfolios" (Centre‑Info News, p. 2).
Opting in favor of such criteria can have considerable consequences. With the help of an ethical rating, for example, small and medium‑size companies in particular can be provided with an incentive to develop and implement technological innovations that on the basis of short‑term economic criteria would be doomed from the start. This would provide considerable impetus for the movement of entrepreneurial development in an ecologically oriented direction, as well as for the safeguarding of the environment. Given the necessary investment capital smaller and medium‑sized companies in particular possess both the requisite creative potential and the flexibility to blaze new trails for a lasting change of direction in the development of products, production methods, and services. It can be expected that in the future they also will be more strongly represented on the stock market in Germany.
In general we anticipate a development on the capital markets in which investment decisions will be subjected more strongly to ethical criteria than has previously been the case. We presume further that for investments of this kind there is a market segment with a growing demand to which the supplier side (banks, investment companies) has so far reacted inadequately. And we for our part want to contribute to the realization of this prognosis. For it is a primary interest of ours to bring the influence of moral reasoning to bear on the movements of capital in order in this manner to focus normative moral understanding, such as that reflected in the ecological movement, and make it fruitful for the structuring of socio‑economic life and for cultural development. Greater significance must accrue to moral communication within the context of the economic system.
Business ethics is one of the areas in which strategic rationality in the form characteristic of the modern economy crosses paths with ethical reason (Kersting 1994). For this reason companies can be expected to develop strategies by means of which they attempt to make themselves attractive for ethical‑ecological investments. But the moral pressure on companies to conduct themselves in accordance with moral considerations for strategic reasons, or to at least maintain the appearance of morality, does not have to be seen in a negative light, for whoever starts to become involved in ethics cannot remain unaffected by such involvement.
From the standpoint of moral philosophy, ethical investments are actions that are not strictly obligatory, nor are they supererogatory. They can perhaps best be characterized as incomplete duties in Kant's sense, i.e. duties that allow for a certain amount of latitude with respect to their observance. The practice of "adding in" ethical investments to the total amount of capital invested is an indication of the fact that ethical investments are viewed by many as an incomplete moral duty. Most people will no doubt hardly have any conscience pangs about not investing all their monetary assets "ethically".
It is therefore a question of providing the project of ethical investments with an appropriate theoretical foundation without thereby introducing ethical or economic premises that are debated even among adherents of ethical‑ecological ratings. Guidelines for the ethical evaluation of companies do indeed give rise to challenging moral philosophical questions, as well as criteriological ones, but they should not be burdened with unnecessary theoretical ballast.
The value tree
For the elaboration of our criteria we have adopted the value‑tree analysis (= VTA) developed by Ortwin Renn. The objective of this method is to provide a stronger emphasis for moral or evaluative (axiological) components over against the predominance of technical or economic criteria (efficiency, profitability). The VTA method originated in of rational‑choice theory with respect to collective decision making; it goes quite a bit further than conventional cost‑benefit analysis (CBA), however. "Value pluralism" is presupposed as a given social reality. All social groups are intended to be included in the VTA. In the VTA values are defined as preferences or "concepts of what is desirable". They can also be understood as "criteria" or as "thematic perspectives". This is not a mutually exclusive alternative. Values are relevant decision‑making factors. "Values are the dimensions for judging (...) the degree of desirability of particular alternative courses of action" (Keeney, et al. 1984, p. 19). Criteria are the parameters of judgment that are intended to make possible an evaluative choice from a number of options. The options are realizable but mutually exclusive. There are any number of ethically defensible investments, but money cannot be invested everywhere at the same time.
Our value tree for the ethical evaluation of companies comprises three main criteria, or dimensions, which constitute the three main branches of the value tree. These are:
1. cultural sustainability,
2. social sustainability,
3. environmental sustainability.
We have included the dimension "Cultural Sustainability" because the moral understanding inherent in cultures plays an important role in the development and realization of environmentally and socially compatible products and methods of production, as well as innovations and technological developments. The capacity of a society for solving the social and economic problems that emerge in it depends to a decisive degree on the moral understanding at its disposal, i.e. on the basic stock of its tradition and conscience, as it were, which can be mobilized for problem solving. The factual power of the normative wisdom possessed by the various cultures can be put to conscious use for the regulation of the normative power in existing processes in science, economic life and technology, for interactions take place between all three dimensions. For this reason the dimension of cultural sustainability seems essential to a criteriology, even though the explication of this dimension creates certain difficulties for the elaboration of a value‑tree analysis.
The logical construction of the value tree for ethical‑ecological rating is ordered in such a way that the first three levels contain the normative structuring concepts, whereas the following levels lead to the concrete evaluations. This is intended to ensure the inclusion in the evaluation of all items conceivably relevant for one seeking advice, i.e. a financier or investor. What items do actually become objects of evaluation in any given case depends of the information requirements of the party that either carries out or commissions the evaluation. The first three levels are as follows:
- first level: the fundamental evaluative dimensions
(cultural, social, and environmental sustainability)
- second level: the spheres of action within a dimension
- third level: the various objects for evaluation within a sphere of action
Hereupon follow levels, which lead to the concrete evaluation of individual actions. Evaluative statements first occur at the respectively last level.
The following is an example from the dimension of social compatibility taken from the sphere of action "Internal interest groups with special interests", and within this sphere of action the evaluation object "Women". One of the concrete actions that can be evaluated here is the proportion of women among the employees. In order to evaluate this, the size of the proportion has to be determined, and whether or not appropriate measure have been taken in order to enlarge it. This necessitates a considerable number of queries about individual measures.
The various individual queries concerning a single concrete action ‑ in this case the intensity of the effort to optimize the proportion of women ‑ have to be compiled in one evaluation. This requires decisions on the relative importance accorded to each action, which in the last analysis can only be made by the party for whom the evaluation is being carried out. "K.O.‑criteria" can be laid down, for example, i.e. ones that must be complied with by a company in order for it to be taken into consideration for a morally defensible investment, and whose noncompliance entails exclusion from consideration. The party commissioning the study can stipulate which areas and actions are of greater importance for it and which are of less importance.
This does not mean that within the framework of an ethical‑ecological evaluation criteria can be chosen entirely at will. The decision, for example, to consider the proportion of women as irrelevant and to exclude this item from the evaluation would have to be justifiable in ethical terms. If in some particular case it is not, then the pretension to an ethical‑ecological rating cannot be substantiated. Hence the rating agency bears a joint responsibility for the determination of the relative importance of the various items. Competition among the agencies for reputation and credibility should lead in practice to a convergence of emphasis on the various points in question.
In the outline presented here the attempt has been made to elaborate a catalog of criteria that meets the requirements for an ethical‑ecological rating scheme. This means first of all defining the questions to be put to companies from an ethical‑ecological standpoint. Of course this does not mean that this is the only perspective for the evaluation of a company by a potential investor. Profit and risks do not become negligible considerations with the addition of ethical criteria. Hence in rating praxis a solution has to be found not only to the problem of how the various individual evaluations are to be integrated into an overall judgment on the ethical‑ecological quality of a company; ways will also have to be found for weighing this conclusion over against the composite result of the economic rating and, where possible, for combining the two into a single evaluative figure.
Addressees of the guidelines
The guidelines are directed at various user groups:
‑ investors, who can identify and select from the guidelines the items that in the course of the ethical‑ecological examination of a company are to be looked into either by themselves or by a rating agency;
‑ rating agencies that evaluate a company for an investor, for other types of clients, or for their own purposes;
‑ financiers and financial brokers;
‑ banks, investment consultancies, insurance companies;
‑ companies and business consultancies which by means of these guidelines are enabled to undertake a (self‑)examination on an ethical‑ecological basis;
‑ interest groups (e.g. employees of a company, unions, citizens' action committees).
Design of the guidelines
Neither the design of the guidelines nor the specification of individual criteria has been inspired by any particular ideology. On the contrary: the catalog of criteria presented here constitutes the most comprehensive enumeration possible of potential factors and questions for the examination of a company from ethical‑ecological perspectives. In compiling this list of criteria it was left out of consideration whether ‑ and if so, how easily ‑ information and data on any given point could be obtained. It is therefore quite possible that collecting data for certain criteria could involve an elaborate search.
The sequence of the criteria is value‑free. Furthermore neither the number of subordinate points under a criterion nor the extent of the respective elaborations constitutes a valuation of any criterion in question. Conversely, subordinate points are not therefore of less significance for reason of being subsumed under higher levels.
The inclusion of any item as a criterion simply means that, from the point of view of the authors, it could be of relevance for a company examination. Thus the criteria are to be understood as pointers and not as mandatory factors.
For some items cross‑references are given. These references are intended to draw attention to further, supplementary examination items in the guidelines that are connected with the criterion selected.
A practical example
In order to illustrate the application of the guidelines, a fictitious example has been chosen. In this example a female investor makes use of the guidelines presented here in order to select the criteria that have relevance for her. By means of these criteria a company examination is to be carried out by a rating agency. It should be noted that this example serves solely as an application aid and that in the last analysis each user has to decide independently on the criteria to be used in an examination.
For the imaginary female investor in our example the following factors are of primary importance:
1. the treatment of minorities in the company;
2. the relations of the company with foreign countries;
3. the most environmentally compatible production of goods possible.
In order to concretize these points and view them in a more differentiated manner this investor can find potential examination items in the appropriate places in the guidelines. The point to be examined must first of all be subsumed under a main category, i.e. either "1. Environmental sustainability" or "2. Social sustainability".
Concerning 1.: The item "minorities in the company" belongs under area "Social sustainability". Here, under "Internal interest groups", various subsets of the concept "minorities" can be found, with corresponding points of inquiry. Given a broad interpretation of "minorities", all the criteria from connected with individual interest groups could be relevant. Our fictitious investor can of course concentrate on just the criteria for the treatment of certain minorities, e.g. "Foreign employees", or "Handicapped employees". Thus the user must select for herself which of these factors she considers relevant, whereby the criteriology serves as a list of pointers. By means of cross‑references such as those in "Temporary employees" the list of possible criteria can be expanded.
Concerning 2.: With respect to the factor "relations of the company with foreign countries", the major category "Social sustainability" again comes into play. In this area the investor finds under "External interest groups" a subordinate item designated "Foreign countries". Under this heading various criteria and questions are subsumed which belong to the area selected by her and constitute pointers for examination criteria.
Concerning 3.: With respect to the third major concern of the investor, viz. "environmentally compatible production of goods", all factors addressed in the area "Environmental sustainability" could play a role. If she so chooses, however, this investor is free to select as relevant examination points from this spectrum just the items comprised in the group: "Energy" to "Environmental technology". Here as well the investor in our example selects on an independent basis the items that are of importance for her.
In the present example the work with the guidelines would now be finished for the investor. The next step would be for the investor to pass on her "personal catalog of criteria" to a rating agency with the request to carry out an examination of a company or companies on the basis of the criteria selected. The results of this examination, together with its subjective evaluation, would then constitute the basis for the investment decision on the part of the investor.
Overview of the criteria
1. Cultural Sustainability
Elucidation
We are proceeding on the basis of the conviction that economic activity is functionally dependent on the general recognition of moral standards. Such standards are therefore prerequisites of economic activity that are not brought into being by the economic system itself, but which can indeed be undermined, impaired, or (in the extreme case) destroyed by this system (e.g. by the absolutizing of economic rationality). Thus indispensable prerequisites of economic activity lie in the area outside of the economic system, or, more precisely: in the moral understanding embodied in the social culture and its normative contents.
Economic activity is dependent on this moral understanding ‑ and poses a threat to it at the same time, e.g. in the event that commercial thought patterns (e.g. maximization of individual advantage) are extended to non‑commercial spheres of life (e.g. the family) and find corresponding expression in widely accepted value concepts (e.g. "Time is money"). Theoretical support for this view is provided by the premise of a "colonialization of the cultural world" imposed by the dictates of necessity created by the economic subsystem (Habermas 1981). To this premise we would add the conjecture that (in the long run) this colonialization manifests itself in efficiency loss within the economic system itself (increase in transaction costs as a result of anomie and loss of trust).
The ensuring of the bindingness of moral standards becomes all the more important the more complex the organization of companies and their environment becomes (Wieland 1993, pp. 7‑31). Our premise that every economic order is dependent on the efficacy of normative standards which cannot be generated within the economic system itself implies more than just the necessity of government or statutory regulation of economic activity. It implies further a responsibility on the part of every company for the continued existence, as well as for the discursive development, of the normative moral understanding inherent in society and culture. This responsibility is not exhausted by the observation of existing laws (legalism), but rather includes the "moral culture" of a company as well. An incipient acknowledgement of this is already manifested in some codifications of company principles.
(Einfügung Text Johannes)
In other words: the normative moral understanding within a culture has to be incorporated into the company culture. Thus the criterion of "cultural compatibility" refers to the issue of whether and in what manner a company discharges this responsibility, i.e. of the extent to which it views social and cultural norms as having binding character. In order to structure this, we distinguish between anthropologically given motivational structures, general moral principles, value concepts that obtain in a given society, and virtues.
Cultural Sustainability is conceived as the compatibility of economic activities with the progressing cultivation of society's potential for social change with respect to
- the individual's chance of development and self-realization
- the community's integrating abilities
- the natural environment's and the future generations' abilities to survive
- the chances of indigenous cultural development.
=> Cultivation is conceived as continual acquisition and sophisticated interpretation of basic human
values.
=> The potential of change refers to the general consensus on the culture-specific outlooks on life, the
cultural arrangements, and the way societies symbolize their view on time, experience their visions
and forward their perspectives for human development in the community.
=> Cultural arrangement not only consists of manifest perspectives, institutions and rules, but also deals
with symbols, rituals, myths that give orientation for interpreting the world and shaping people's life in
harmony with nature.
Corporate cultural sustainability comprises social and environmental sustainability in so far as they both are part of the ethical goals, which, taken together, amount to cultural sustsainability.
A company can only be rated cultural sustainable if it pursues not only profit maximization, but also ethical goals. The relation between the economical and the ethical goals leads to a compliance-rating of the cultural sustainability (the compliance with moral standards or human values).
The questions concerning the actual responsibility in the community, in foreign enterprise for indigenous cultural development and the responsibility in the relationship with socially deprived groups lead to the system and performance-rating.
The system and performance-rating of the social sustainability refers to the management system and the employee relationships.
The system and performance-rating of the environmental sustainability refers to the environmental management, the development of ecological products and services and the environment data.
In order to express explicitly the evaluation base of the three-dimensional compliance, system and performance-rating, we state the basic standards, from which the actual assessment criteria are derived, as follows. The derivations (questions) shall be considered as examples.
1.1 The six basic human orientations
in combination with general moral standards
Our starting point here is the following transhistorical or anthropological constant: In order for human beings to control their behavior rationally they require the challenge of respectively opposing motivations such as aggression vs. caring concern, competition vs. cooperation etc. With the help of their reason, human beings have to mediate ‑ in ambiguous situations ‑ between these motivational poles. In this process it is conceivable that they orient themselves in terms of principles such as: "You shall kill no one!" Or "You shall keep your promises!" etc. It is also possible, however, for human beings to orient themselves uncritically in terms of socially predominant behavior patterns that run counter to fundamental principles. It is a central objective of the ethical evaluation of companies to bring this state of affairs to light and create an awareness of it. The following enumeration is provisional and requires further elaboration.
1.1.1 Consideration and fairness in spite of competition
Competition is not supposed to destroy, eg. by usurpation of so far well- functioning company units and their successive destruction.
- Does the corporate attitude pursue the ideal of fair competition?
- Do the company's strategic activities follow the ideal of fair competition?
- Does the company avoid usurpation?
- Does the company avoid ruinous competition?
- Does the company avoid unfair competition?
1.1.2 Ready for dialogue instead of taking positions
Readiness for dialogue means accepting controversial standpoints. Taking positions means insisting on one's own points of view and refusing to question one's interests.
- Are the company's conceptional and strategic activities aimed at a specific economical reasoning or imperialistic management strategy without ever giving them second thought?
- Does the company recognize the necessity of rendering economic activities compatible with the environment, with the protection of resources and a fair distribution of social responsibilities?
- Acknowledging the variety of economical courses of action and maxims, does the company consequently evaluates its own activities on a morally varying scale – depending on the maxims applied?
- Does the company take notice of newer theories and dialogues (eg. resources economics, welfare economics, distributional justice between the generations, humanistic economics, social economics, ecological economics)?
- Is transparency prevailing in the corporate policy?
1.1.3 Limitation of partial interests due to respect for the common good
A company lacks respect for the common good if it threatens with relocation in order to extort subventions, or if it avoids fulfilling its communal duty by moving its tax-relevant location to a tax-paradise.
1.1.4 Self-limitation concerning expansion and growth
To limit expansion, for example in order not to lower quality standards.
Limitation is important, as unlimited expansion destroys the necessary diversity which is elementary for the potential development of the community and the self-realization of the individual.
- How does the company perceive its own expansion (expansion strategies)?
- Is the expansion aimed at a limited market?
- Does the company accept limits for commercializing living standards?
- Are decisions concerning innovations and allocations taken along the lines of limited commercialization?
1.1.5 Creativity with responsibility
- Responsible anticipation of risks, side effects external effects.
- Search for innovations to increase fault-friendly production sites.
- Search for innovations to replace end-of-pipe-technologies.
- In which way does the company search for possible effects of its products and services, in order to spare consumers negative side effects, that may even emerge after a long term use of these products and services?
- Does the company make sure that its staff preserves their so far existing knowledge and abilities?
- Does the company offer familiy-friendly working conditions?
- Does the company respect different attitudes towards time?
1.1.6 Renouncing the right of the powerful
Striving for expansion should not be enforced at the expense of the legitimate stakeholders' claims (customers, employees, neighbours, suppliers, communities etc.)
- Are phrases such as "when the market is concerned, the manager must not hesitate to bite" accepted throughout the company?
- Do they renounce
a) paternalistic (controlling, patronizing) ways of caring?
b) overcharging demands in services?
- Is the company's own history glorified?
- Do they speak openly about past mistakes, shortcomings, omissions (eg. the role of the company in the Third Reich) ?
- Does the company try to stylize or mythisize its rank by symbolic means such as snobbishly elegant, ostentatious architecture ?
You shall comply with the bio-cultural standards in every respect (survival safeguarding)
- Do they produce military goods?
- Does the company profit from executions (eg Shell in Nigeria) ?
- Is the decimation or extermination of ethnic communities generally accepted?
- Do they pursue marketing strategies which include the acceptance of death risks?
You shall not cause pain!
- Are girls and women forced to take abortions or sterilizations?
- Does the company sell products whose sale has been banned or been rated risky in one country on the grounds of health issues, to other countries which consider these products as not harmful?
- Does the company support authoritarian leaders of a country in which people are tortured in any way?
- Does the company tolerate child labor (modern slavery)? Does the company support measures to eliminate the necessity of child labor?
You shall not render anyone incapable!
- Are local products being replaced by export or sale of the corporate products (eg. synthetic sponges for lufa-cucumbers) ?
- Are local craftmanship and agricultural abilities being replaced (discarded clothes from Europe instead of local textile industries) ?
- Does the company exploit countries (eg. natural resources) or individuals (working power) in such a manner that they won't be able to regenerate themselves ?
- Are traditional skills and manners, as well as the informal sector, being eradicated, because the company supports and demands different rules of conduct?
No one should be deprived of freedom and opportunities!
- Does the company cooperate with countries or their governing elite which systemetically oppress or discriminate against ethnical, political or religious minorities ?
- Does the company cooperate with countries or their governing elite which systemetically oppress or discriminate against women (eg. Islamic countries that deny women the participation in public life) ?
- Does the company aggressively attempt to impose its own values and views on life upon other people and countries?
- Does the company support in any way the authoritarian leaders of countries in which people are sentenced to long term imprisonment for minor crimes or for political reasons?
- Does the company try to establish monopolies in particular countries ?
- Does the company claim exclusive rights for the use of resources or the sale of particular products?
- Does the company buy patents or trade marks not for using them, but in order to keep competitors and competitive products from the market?
Let everybody enjoy themselves !
- Does the company use aggressive marketing methods to show their contempt of traditional structures and existing products, make them look "old-fashioned" ?
- Does the company respect local traditions, rituals, festivities?
- Does the company try to introduce the efficiency factor in an aggressive manner to both its domestic and foreign branches, regardless of their employees' objections or suffering (disciplinary strategies)?
You shall not deceive and cheat !
- Do the products display a seemingly higher quality than they actually have (eg. planned obsolescence for goods of 'credence quality', cheating)?
- Does the company bribe politicians or other high-ranking persons?
- Are the advertising campaigns restricted to providing product information or do they use psychological means and tricks to attract potential consumers?
You shall keep your promises!
- Does the company consequently pursue envisioned goals (eg. programs such as 'promotion of women' or 'humanitarian labor)?
- Does the company adhere to contracts and promises even when the countries concerned are economically dependent on the company?
You shall respect the property of others!
- Are local products deliberately being replaced?
- Is toxic garbage exported?
- Is the biological diversity protected (e.g. no clearing of the rain forest) ?
- Is the country's natural heritage appreciated and respected (eg. patent on a certain Indian tree as pesticide) ?
- Do you accept land property rights by common law (eg Indians in the Brazilian rain forest)? Are ethnic groups evicted from their traditional territories?
- How does the company act in view of expropriated persons, if either the company itself or its predecessor was responsible for the annexation?
- How does the company act in view of expropriated persons whose property was annexed by a country and then passed on to the company?
- Is a person's intellectual and spiritual property respected (eg. by patents) ? When acquiring a person's intellectual or spiritual property, do they pay market value?
You shall obey the law!
- Is the individual's personal sphere respected (eg. data protection)?
- Does the company adhere to the respective trade's "codes of ethic" (eg. Davoser manifest) ?
- How often has the company been subject to investigations arising from the violation of the law, either in the home country or abroad? How often was the company prosecuted? How often was the company found guilty?
- How serious were the accusations or charges, especially those arising from offences against human rights?
- Did the company cooperate in the investigations? Did it agree with the verdicts?
- Did the company's policy change as result of these verdicts?
- How did the company treat guilty employees?
Never ask for abilities exceeding the individual's capacity!
- Does the company cater to the special needs of social groups such as handicapped persons, sick persons, children, adolescents, women, also in countries lacking appropriate laws (European standard as voluntary world standard)?
- Are the corporate employees expected to act according to certain codes of conduct, even if they cannot justify them morally (eg. to other members of the staff)?
- Does the company expect their employees to take on workloads that eventually keep them from attending to the needs of their familiy and friends or prevents them from participating in social and cultural events?
- Are employees required to suppress corporate-internal facts that burden their conscience and keep them from performing their responsibility for the staff, society, nature, environment etc.?
- Are employees of corporate research divisions, university or federal research facilities expected to suppress research results that burden their conscience and keep them from performing their responsibility for the staff, society, nature, environment etc.?
1.2 Value concepts
We define "value concepts" in accordance with Dierkes (1992) and with reference to Max Weber's concept of the "cultural ideal" as "values that stimulate behavior". Value concepts frequently find expression in maxims or subjective principles of action (Kant). They shape behavior patterns in a number of objective contexts (use of time, attitude towards risks, relations with colleagues and competitors, etc.). On the positive side, value concepts can indeed reflect the wisdom of population groups or majority segments of the population with respect to conduct in the various areas of life. Value concepts are ambivalent, however, and can generate and reinforce not only morally desirable but also morally unacceptable behavior. They are therefore in need of examination on the basis of fundamental moral principles. This is in formal agreement with, or analogous to the procedure that Kant has in mind in the Foundation of the Metaphysics of Morals, viz. the requirement that the maxims for conduct of every single person be examined in the light of universal law. In the positive case a value concept represents a striving, as it were, towards the realization of the state of affairs intended by fundamental moral principles. For example: "solidarity with subordinates", "solidarity with the socially disadvantaged", "solidarity of human beings with their environment", "sustainable development", "endurability", "subsistence", "Small is beautiful", "de‑acceleration".
In the negative case value concepts clash with basic moral principles. Value concepts are indicative of a collective decision, or even a consensus (e.g. standards of consumption), and can ‑ corresponding to the ambivalence of motivational structures ‑ reinforce both destructive as well as constructive potentials in interaction with man and nature, e.g.: "elbow society"; "Buy today, pay tomorrow"; "bigger ‑ faster ‑ higher"; "constant growth"; "ostentatious elegance and grandiosity"; "constant availability"; "Time is money"; "If we don't do it someone else will"; "Making noise is part of the trade"; "Out of sight, out of mind"; "The whole world wants to be deceived"; "global player". In order to contain the development of destructive potentialities, dialogues have to take place in which the survival value for mankind and nature of predominant value concepts can be examined in the light of the fundamental principles embodied in the moral understanding of a culture (Todorov 1985).
From the perspective of cultural compatibility, therefore, it is a component of the assessment of a company to ascertain its affinity with destructive as well as with constructive value concepts that are current in the society in which it finds itself. It is not seldom the case that two companies in the same industry and of the same size differ radically with respect to the value concepts in terms of which they orient themselves. Every company has its own pedigree and history, as well as having its own way of assimilating the social influences to which it is exposed.
An ethical rating must identify the core value concepts in a company, arrange them in accordance with their order of importance, and make an ethical assessment of their constructive or destructive character with respect to the safeguarding of the biological survival of human beings, as well as the environment.
1.3 Virtues
We understand virtues as habitual dispositions to act in conformity with normative or functional requirements. Thomas Aquinas has "designated human virtue as the ultimum potentiae, ... as the most of what a person can be" (Pieper 1980, p. 1). If virtues refer to an ultimate in this sense, or what we call fundamental moral principles, then we speak of cardinal virtues, for example: truthfulness, justice, prudence, courage (in the sense of steadfastness), amicability, and sense of proportion. If these virtues are directed towards an ultimate possibility of human existence, they engender a disposition to act in accordance with fundamental moral principles ‑ even in situations in which morally questionable value concepts influence behavior in another direction.
If virtues are connected merely with functional requirements, we speak of secondary virtues, for example: diligence, punctuality, cleanliness, love of order, etc. In contrast to cardinal virtues, secondary virtues can be corrupted and subjected to misuse. Under certain conditions ‑ such as the uncritical acceptance of ethically unacceptable value concepts ‑ secondary virtues can become perverted. This is not possible with respect to primary or cardinal virtues properly understood, which refer to ultimate possibilities of human existence. This requires that even the cardinal virtues be precisely defined, however. "Prudence", for example, can also be interpreted as cunningness and is then far from being the primary virtue that is meant by the word.
Cardinal virtues: Veracity / Justice / Prudence / Courage in the sense of steadfastness / Amicability /
Sense of proportion and restraint
Secondary virtues: Diligence / Punctuality / Cleanliness / Orderliness / Obedience / Flexibility / Mobility / Empathy / Creativity / Team spirit
The question of the relative status of the virtues and the use made of them in any given case is of course connected with the question of adherence to basic moral principles and orientation in terms of value concepts. From all three lines of inquiry a picture emerges of the manner in which motivational drives are channeled in company life.
2. Social Sustainability
Five Areas of Social Sustainability
2.1 Social Sustainability of Company Organization
Management principles (see also Cultural Sustainability)
- Existence and wording of management principles
- Developmental context of management principles: By means of what procedure did they become established? / Are there arguments justifying their acceptability? / Is there a connection with business ethics?
- Is there a supreme "management"‑principle (e.g. management by principle)?: If so, how is it formulated (formally or informally)? / Have there been cases (occurrences), in which it was applied? /
Does this company principle refer implicitly or explicitly to particular ethical principles?
- Is there a normative codex?: Have there been cases in which it was applied? / Is there a threat of penalties for infractions? If so, what do they entail?
- Implementation and application of management principles
- Extent of empirical "identifiability"
- Implementation strategies: Are there distinct interpretive criteria (e.g. what "mobbing" is)? / Are there optimization and/or approximation strategies?
- Are there management principles set down in writing which are accessible to the employees? / Is the delegation of decision‑making powers, as well as the self‑coordination of the employees, accepted as a management principle? / Is there institutionalized codetermination on the part of the employees with respect to planning, decision‑making, giving instructions, and monitoring? / Are "management by ..." concepts applied in the company? / In how detailed a manner do superiors lay down the tasks to be accomplished by employees? / How does the hierarchy view the significance of staff positions?
Hierarchy
- How many hierarchical levels are there in the company and how have they changed in the past 5 years?
- In which company areas do group‑oriented organizational structures exist or are being planned?
- Are there operationalized target goals for organizational units (departments, branches, profit centers, investment centers, cost centers etc.)? / In what areas do organizational units have their own decision‑making authority? / In what areas are there centralized decisions?
- Is the independence of employees encouraged?
- How does the management view its own management style?
- To what extent are communication/reporting channels institutionalized?
- How does the management view informal lines of communication?
- How are control mechanisms managed?
- Are innovation processes institutionalized?
- Are there institutionalized conflict‑solving mechanisms (arbitrator/ombudsman, ethics officer)?
- To what extent are employees provided with information on a formal basis?
- How are employees addressed in in‑company correspondence?
Organization strategies
- Centralized, decentralized
- Amalgamation and participation policies (subsidiaries, interlocking)
Works council, codetermination bodies
- Compliance with the guidelines of the International Labor Office (ILO)
- Compliance with the Works Council Constitution Act (e.g. FRG)
- Support for the work of the works council / Provision of rooms for the works council / Release from regular work requirements for works councillors from a certain plant size on up (300 employees) / Participation‑oriented position with respect to the Works council / Meetings on a regular basis with the works council / Timely conveyance of information to the works council / Participation of the works council in all decisions pertaining to the work situation of employees / Is the works council involved in the introduction of new technologies? / Release of works councillors to participate in supplementary training courses, particularly those of the unions / Establishment of a economics committee / Timely talks with the works council in the case of planned structural changes in company policy (removal of equipment or facilities, discontinuance of certain business operations, investments, etc.) / Is there a European‑wide works council?
- Does the company conclude single‑company agreements concerning matters that are not union‑regulated (part‑time workers, job qualifications, etc.)?
- How doe the company deal with social conflicts?
Unions, industrial relations
- Is the company a member of an employers' association?
- Union agreements, single-company agreements
- Does the company comply with current union standards?
- Acknowledgment of the unions as legitimate negotiating parties in collective‑bargaining matters
- No agreements with individual employees or with the works council that lie within the province of the collective‑bargaining parties
- No disadvantages for union members
- Are the unions able to disseminate information within the plant?
- Activity profile of the unions within the company
- Cooperation with unions for the clarification of collective‑bargaining problems
- Frequency of labor-law disputes with unions in the past five years
- Joint search, together with the unions, for job‑safeguarding strategies
- Compliance with the guidelines of the International Labor Office (ILO)
- In difficult company situations: improvement of work organization, technical processes, marketing and product quality as alternatives to wage reductions and employment cutbacks
- How are union conflicts resolved?
Codetermination in the workplace
- Semiautonomous teams
- Individual decision‑making powers
- Areas of participatory decision‑making
- Degree of permitted time autonomy (see 2.2.1)
Suggestion‑box system
- The company has a practicable and functioning suggestion‑box system.
- The company encourages employee participation in a company employee suggestion-box scheme, e.g. by / institutionalization of the suggestion‑box system in the company's management principles; / regular and appropriate rewarding of suggested improvements (e.g. patent application); / controlling of the implementation of suggestions; / constructive reaction to criticism (no discrimination against critics).
2.2 Internal interest groups: general interests
Working‑hours regulations
- Flexible working hours / In spite of any interest on the part of the company in increasing the flexibility of working hours (competitiveness/variable demand), are the interests of the employees in self‑determination and/or a stable occupational perspective taken into consideration? / Individual, social and cultural time‑plan requirements (travel timetables, school times, family time) are perceived, discussed, and taken into account in the organizing of flexible time plans. / Within the company, what percent of all jobs/positions are considered divisible/capable of being made flexible? / Is the point of departure for the concept of flexible working hours a five‑day week, a six‑day week, or a seven‑day week? / What ideas are relevant with respect to the separation of working hours and operating time (e.g. raising productivity, long‑term safeguarding of jobs)?
- The seasonal organization of company working hours is reacted to with a comprehensive concept for the organization of total working time, i.e. overtime and/or idle periods are compensated for as follows: Within the framework of an annual working‑hours arrangement / Within the framework of working‑hours corridors / Within the framework of a part‑time work concept / Within the framework of time‑account arrangements / Within the framework of individual agreements on daily/weekly working‑hours reductions, on weekly/monthly breaks, i.e. on the basis of individual flextimes.
- Reduction in working hours / There are only rigidly determined working hours / Deviations from the regular working hours per week amount to .... hours? / Reduction in working hours is effected without or with pay cuts / The extension of working hours is/is not subject to supplemental pay.
- Consideration of employee needs / How are conflicts resolved when determining vacation times? / To what extent are social, religious and cultural needs been taken into consideration?
Job security
- The company does not view work performance as only a factor in production, but also as a means whereby human beings provide their lives with meaning and security / Concerning decisions with respect to jobs, cost factors are not the only ones taken into consideration / The company rejects a "hire and fire" personnel policy / What is the position of the company with respect to limited employment contracts?
- Interruption of the employment relationship / Parents are granted time off for child raising in excess of the legal norm / The company supports social activities on the part of employees (e.g. Social Year) / Employees convicted of a criminal offense are reemployed / What is the attitude of the company towards a sabbatical year? / When work is resumed there is a training period for the updating of skills.
- Continued employee training is viewed as an instrument for the safeguarding of jobs and is supported financially.
- Children of employees are given preferential job and/or training opportunities.
Working atmosphere, mobbing (see also Cultural Sustainability)
- There is a widespread atmosphere of openness and straightforwardness, which makes possible and facilitates the acknowledgement and correction of errors. An open atmosphere for discussion is cultivated consciously.
- Company objectives, values and norms are transparent to everyone and generate a high degree of assent.
- With respect to changes in/broadenings of company objectives the employees are informed in time, and a discussion is initiated between the company administration and the employees.
- Personal initiative on the part of individual employees is encouraged; independence and creativity are rewarded.
- Cooperation among the individual employees ‑ irrespective of the position in the hierarchy ‑ is desired and encouraged, as is cooperation between individuals and groups.
- The company makes the attempt to take the individual psychological and physical dispositions of employees into consideration, as well as familial stress situations.
- The task of regulating job layout and working hours is delegated to semiautonomous groups.
- Each year there is a company party and/or a company outing.
- Increase of employee motivation by means of vacation‑like company trips for parts of the work force.
Humanizing of working conditions
- In the planning and structuring of jobs and working conditions, the company sees to it that the various rights guaranteed by German constitutional law ‑ viz.the protection of human dignity, the right to free and unhindered personality development, equality before the law and the equal rights of men and women ‑ are all taken fully into consideration and that a balance is observed between effectivity and the dictates of work on the one hand and humanity on the other / The company does/does not guarantee the protection and fostering of free and unhindered personality development at work / The company strives to ensure a large number of possibilities for the satisfaction of basic human and social needs and rights of the employees / Ergonomic findings concerning the humanly adequate structuring of work are taken into consideration / In the planning of production technology the physical and psychological health of the employees plays a decisive role.
- Due consideration is given to the nature of the employee as an acting, responsible subject / Work is provided with creative content / The work process is structured in such a way that the employee experiences himself/herself as co‑determining and being jointly responsible and that a contribution is made to his/her self‑fulfillment / The principle of "job rotation" is/is not applied / The principle of "job enlargement" is/is not applied / The principle of "job enrichment" is/is not applied.
Hiring and firing policies (see also Cultural Sustainability)
- Are job openings initially made known internally?
- In the hiring process are such factors taken into consideration as: age / nationality / family status / sex / long‑term unemployment / retraining requirements
- Time limitations of new job openings (length, possibility of an extension, chance of permanent employment)
- How are new employees introduced into the company? / Oral introduction / Letter of introduction / By superiors or fellow employees / Solely with reference to the job
- Are there guidelines and criteria for the dismissal of employees? If so: Have they been reached in agreement with the works council? / Are social components taken into consideration above and beyond the extent required by law (e.g. age, company loyalty, family status, sex, nationality, religion)?
- In dismissals for non‑company‑related reasons (e.g. alcoholism of the employee) does the company assume any social responsibility prior to making the dismissal effective?
- Are dismissed employees: assisted in their job search? / supported by means of retraining or / supplementary‑training measures? / shown priority with respect to job openings?
Remuneration, bonuses, profit sharing
- There are guidelines known to the employees for the application of various wage types.
- The classification in different wage and salary groups is intelligible to the employees / What is the percentage difference between the lowest and the highest form of remuneration? / Does the company exhibit a preference for certain types of remuneration?
- Time pay / Are wages in accordance with/under/above union scale? / Are distinctions made on the basis of sex, family status, age, or other factors?
- Piece‑rate wages / The workers affected have the possibility of codetermination with respect to the fixing of the piece‑rate quotas, prescribed length of time for job execution etc. / To what extent with respect to group piecework does the team determine the wage distribution? / With respect to group piecework are social factors also taken into consideration? / What guidelines are there for dealing with workers, who are not or no longer able to meet the piece‑rate quota?
- Incentive‑wage system
- Premiums are paid for special achievements such as: increased efficiency / performance speed exceeding the prescribed rate / reduction of defective‑work rate / saving of material and energy / ecological improvements / other achievements.
- Premiums are also paid on the basis of social considerations.
- Commissions: By means of relatively high commission rates and a correspondingly low fixed pay rate employees are impelled to "sell at all costs" / A relatively high set wage makes it possible for the employees to spend more time on informing and advising customers / Are the commission rates differentiated in accordance with: ecological considerations? / social factors?
- Participation of the employees in company success: at all levels / only at the administrative level / Decision-making capacity and sources with respect to the extent of the participation / Criteria for the distribution among the employees (time with the company, position in the hierarchy, incentive provision for younger employees)
- Type of distribution: Additional pay (cash distribution) / Bonds / Shares
- Conscious attempt by means of the kind of profit sharing to promote codetermination on the part of the employees (e.g. voting right for employee stock)
- Rights limitations imposed on bonds and/or shares
- Effects of the termination of employment on accumulated profit-sharing benefits
- Form of loss-sharing by employees
- Provision for the future / The company takes out lump‑sum life‑insurance policies for employees (insurance amount, length of time with the company at the time of conclusion of the contract) / Agreements with respect to company pensions
- Other forms of remuneration / There are special conditions for employee purchasing / Employees have a right to certain additional payments in kind (car provided on an annual basis, coal, etc.) / Christmas bonus / Vacation money / Allowances for familial occasions (birth of a child etc.) / Anniversary benefits / Cost absorption (e.g. traveling expenses)
Health
- Safety in the workplace
- There is a company health policy in accordance with which the company takes particular measures in order to maintain and promote the health of its employees.
- The company health record / Days of absence on account of illness / (overall) / Occupational illnesses resulting from the production process / Accident statistics, number of work‑related accidents / Manner of dealing with materials hazardous to health
- The company takes active measures to protect the health of its employees: Company doctor, first‑aid attendant, first‑aid station / Sport and fitness courses are offered /paid / encouraged. / The company has its own fitness facilities / Ergonomics in the workplace / "Clean" workplaces / Detached rest areas are available and can (in fact) be used / Breaks can be taken / In the preparation of food the company cafeteria takes into consideration its nutritional value (e.g. unrefined foods).
Personnel development
- Employees are viewed basically as "a human resource" and are considered in terms of economic goals and values.
- Qualified employee searches are undertaken by an assessment center.
- Relevant company departments are involved in searches for qualified personnel.
- The company provides employees with possibilities and financing for further education and training.
- Internal evaluations of the employees at regular intervals / Presentation of the results to the respective employees / Justification by superiors of the evaluation / Opportunity for employees to state their positions and enter objections
- The determination of wages/salaries is based on qualifying characteristics (training, experience, degree of responsibility).
Social facilities
- Lounges and sitting rooms
- Day nurseries
- Cafeterias/canteens/kiosks
- Rooms for hygiene
- Resting areas
2.3 Internal interest groups: particular interests
(i.e. consideration of/infringement of interests of particular employee groups)
Older employees
- Particular allowances are made for the physical and emotional needs of older employees.
- The company offers attractive early‑retirement arrangements.
- With part‑time work older employees can "glide" into retirement.
- The release of older employees is carried out in the most socially acceptable manner possible (e.g. special protection against dismissal in the light of past work performed).
Semi‑skilled workers
- Care provision during the learning process?
- Possibility of acquiring further qualifications?
- Foreign employees
- Percentage of foreign employees on the work force: overall / at the lower level / at the middle level / at the top administrative level
- Consideration of interests: There is a foreign‑workers representative / By means of special measures (e.g. language courses, for relatives as well) the company attempts to facilitate integration / Within the company itself foreign employees are given assistance (e.g. multilingual signs etc.)
- Discrimination / There is no discrimination with respect to work distribution (e.g. dirty, unpleasant work) / Sanctions against xenophobic animosities, acts of discrimination, and excesses (transfer, written rebuke, up to and including dismissal for unacceptable behavior) / The company takes demonstrative measures against hostility towards foreigners (posters, open letters, reports to the police, demonstrations, works assemblies, international parties and festivals) / Consideration for religious and/or cultural particularities (e.g. recesses for prayers and rituals, vegetarian/kosher food in the company cafeteria)
Trainees
- The company provides training opportunities. (What percentage of the employees?)
- The company endeavors to hire its trainees after the training period. (What percentage?)
- Development in the number of training positions in the last 5 years.
Handicapped employees
- Percentage: The percentage of severely handicapped persons in the company corresponds to the employment quota required by law (6% in the case of more than 16 employees).
- Consideration is shown for the interests of the handicapped / The company has working facilities specially adapted to/converted for use by handicapped employees / The company areas where work can be done by the handicapped are equipped with facilities suitable for the handicapped (elevators, toilets for handicapped, adequate door widths) / The company has a form of elected representation for the severely handicapped (federal statute protecting the severely handicapped).
- Discrimination: The company pays an compensatory tax for ... jobs reserved for the severely handicapped.
- The company places orders with workshops for the handicapped on a regular basis. (Is this viewed critically?)
- The company donates on a regular basis/ substantial sums to institutions that promote the welfare of the handicapped.
Women
- Proportion of women
- Percentage of women on the work force: overall / in lower wage groups / at the middle level / at the top administrative level
- The proportion of women in "negligible jobs" is low. (How low?)
- The proportion of women among the "non‑union‑wage employees" is high. (How high?)
- Consideration for the special interests of female employees
- The company provides family‑oriented working conditions:
- Extended child‑raising periods are offered
- The double burden of family plus occupation is taken into account.
- Mothers on child‑raising leave are given possibilities for maintaining contact to the occupational world (e.g. free‑lance work on projects).
- To the extent possible jobs are kept open during the time of family leave.
- There are programs for occupational reintegration following a period of family leave (reintegration aids).
- Men who take family leave are not discriminated against.
- There is no social pressure in the case of special leave on account of child illness.
- Offering of part‑time work for mothers and fathers: at all levels / only at the lower levels / generally supported /generally discouraged
- Job sharing at the top‑management level is offered.
- Company provision of qualified child care during working hours (extent, financing, access criteria, agency provision)
- Discrimination: The company ensures the equal treatment of part‑time and full‑time employees, as well as male and female employees / Specific measures against sexism and sexual molestation in the workplace / The product advertising of the company is not sexist, nor does it reinforce any roll stereotypes.
- Advancement of women: Explicit policy on women (plans for women's advancement, women's representatives, etc.) / Genuine efforts to increase the proportion of women (hiring criteria, personnel development, job descriptions in advertisements, quotas for women) / Monitoring of the success of company advancement of women / Equality of men and women with respect to further training and education / Special seminars and additional training possibilities for women
- Female workers in LDCs: How high is the alphabetizing rate among the women employed? / Are women subjected to forced sterilization and/or abortion? / Is there any special protection against dismissal for women? / Are women granted maternal protection or special protection during the child‑nursing period? / Are women categorically discriminated against/ disadvantaged (concerning pay, working hours, job content) / Does the company take active measures against social discrimination against women (e.g. training courses, scholarships, vocational training, loans etc.)? / Are there programs against the feminizing of poverty (education, information etc.)? / Are there special measures against violence against women? / Are many female itinerant workers employed? / Are there company health programs for women and girls (e.g. AIDS prevention)? / Are women's cooperatives given preferential treatment as suppliers/ business partners? / Can women obtain loans (e.g. from banks)?
Free‑lance workers
- Was the free‑lance worker (male or female) previously a regular employee of the company?
- Illusory independence (independence in merely a legal, not in an economic sense)
- Is the income/pay of a free‑lance worker comparable with the wage costs of an employee within the company?
Marginal employees
- Percentage of employees whose employment contracts lie below the limit requiring social security payments by the company (percentage).
Adolescents
- Proportion of adolescents on the work force (percentage)
- Treatment of adolescents commensurate with their age
- Adolescents are systematically integrated and supported in their personal development by means of mentors, as well as further training and education.
- Is there any form of youth representation in the company?
Children
- The company employs no children under 12 years of age.
- Employment of children under 12 years of age for brief activities.
- The company selects its suppliers on the basis of whether or not children are employed in the production process (e.g. Rugmark stamp of quality).
Sick persons
- How is illness understood (absenteeism or fate)?
- What preventive measures does the company take?
- Does the company accept any responsibility for occupational illness?
Long‑term unemployed
- Efforts at reintegration
Temporary employees (particularly temps, trainees, conscientious objectors performing
alternative, civil service)
- Temporary employees receive the same treatment as regular company employees and are integrated into the company social life.
- Temporary employees receive equal pay for work equivalent to that of regular employees.
- The observance of safety regulations for the work done by temporary employees (particularly temps mediated by time‑contract agencies) corresponds to that for the work done by steady employees.
- Temporary employees are not viewed and made use of as a substitute for a regular job performed by a jobholder with steady employment (male or female).
- The company does a thorough job of breaking in temporary employees (particularly trainees and those performing alternative service).
- The compulsory character of alternative service is not further intensified by compelling the performers of alternative service to do certain jobs for which they do not feel capable etc.
- The learning character of a traineeship is underlined by the fact that the trainees are closely supervised and are able to get a reliable picture of the working world.
2.4 External interest groups (see also Cultural Sustainability)
Customers
- Commercial buyers
- Consumers: Quality, value‑for‑money, and the external appearance of the products are oriented to the long‑term needs and interests of the consumers / Examples of product quality / Noninjurious to health or health‑promoting / Abstention from use of questionable additives and/or production methods (genetic technology, radiation treatment) / Low‑risk design to the greatest extent possible (product safety) / Tolerance for incorrect use / Designed for easy repair (replacement parts, materials) / Raw‑material selection respecting ecological considerations / The entire product life cycle is taken into account / Ecologically designed packaging / No optically deceptive packaging / The company maintains an efficient system of quality control; it makes use of official seals of approval, etc.
- Customer relations: Customer friendliness is a company strategy. Employees are trained, monitored, and evaluated in this respect/ There is prompt and inexpensive customer service / The company provides comprehensive guarantee services and reacts obligingly to wishes concerning a change in, or a reduction of the purchase / Fair treatment of customer data (no unauthorized dissemination)
- Advertising: is information‑oriented and abstains from superficial campaigns ("light products") / abstains from the practice of "attracting attention at all costs" (e.g. Benetton) / abstains from dishonest or misleading statements / abstains from sexist elements / abstains from advertising directed at children / abstains from comparative advertising / takes into consideration national, cultural, and religious values, taboos and sensitivities / is attuned to the respective local market (Nestlè baby milk!).
- Information: The company provides comprehensive information on product qualities and production procedures / Production materials and preservatives, as well as production methods (radiation treatment, genetic technology), are fully disclosed / Price comparisons are facilitated, not hampered (e.g. package sizes, unit pricing on the package)
- Adjustment of complaints: The company provides a direct and uncomplicated (perhaps even free of charge) information and complaint channels for customers / There is a consumer affairs department, etc. / There is a telephone number under which the manufacturer can be contacted free of charge / The company reacts constructively to customer complaints (no brush-offs, no dodging of sensitive issues).
Foreign countries, particularly less and least developed countries (LDCs) (see also Cultural Sustainability)
- Are there business contacts with LDCs?
- Production: Does the company produce in LDCs or in China? / Are the same environmental standards observed abroad as "at home"? (Eco‑dumping?) / Are wages paid and employee benefits granted that are comparable with those "at home"? (Social dumping?)
- Does the company export to LDCs? / How suitable are the products for these markets (e.g. status goods for the upper class)? / Are marketing strategies pursued that accept the risk of fatalities (case of Nestlè)? / Does the company adhere to export prohibitions or trade embargoes?
- Imports: What materials are imported from LDCs? / Are the suppliers selected purely in terms of economic criteria, or do social factors also play a role (e.g. Transfair products)?
- Value increase / Where does the creation of value increase primarily take place? / How is net value increase/profit distributed?
- Does the company lay claim in individual countries to exclusive rights to the exploitation of resources, distribution and sale of certain products, etc.?
- Does the company take into consideration the (non‑)observance of human rights in the cooperating country (in accordance with the UN Charta: individual, social and cultural human rights)? / Child labor (age of the children, type, duration and arduousness of the work) / Work done by women / Support of or cooperation with countries (or their leadership elite) in which women are systematically discriminated against or disadvantaged / What is the policy with respect to the cultural role of women? / Is there toleration of the decimation or extermination of ethnic groups? / How does the company conduct itself in the respective political context, particularly in the case of political conflicts? / Does the attitude obtain that "business takes precedence over politics" ("policy of non‑interference")? / Does the company support, by any means of (active) cooperation whatsoever, the powers‑that‑be in a country in which human beings are tortured? / Does the company cooperate with countries (or the respective power structure), in which ethnic, political or religious minorities are systematically oppressed or discriminated against? / Does the company, through any kind of cooperation whatsoever, support the power structure in any country in which people are condemned to (disproportionately high) prison sentences, or even to death, for minor offenses or for political reasons?
- Displacement of local products: Production of "cash crops" (e.g. flowers) / Monocultures, plantation economy / Fodder cultivation (e.g. soy beans, corn) / Displacement of local products by means of the export or sale of the company's own products (e.g. wheat instead of millet and cassava) / Is there deliberate displacement of local products by means of aggressive marketing methods? / Is there a conscious attempt to denigrate previous ways of life and traditional products and to render them "out of fashion" (e.g. fast‑food chains)?
- Policy of preserving traditional elements or "modernization at all costs" / Is there displacement of local handicrafts (European secondhand clothes instead of domestic textile industry) and farming methods (e.g. in favor of monocultures)? / Are traditional practices and skills starting to disappear as a result of company support for, and promotion of, changes in behavior? / Displacement of the informal sector
- Compatibility with sustainable development / Ground and surface water / Soil / Biological diversity / Waste, toxic waste (retention within the country, export to LDCs) / Protection of species, biotopes and eco‑systems
- Contacts with environmental groups in the LDCs / Financial support / Other forms of support
- Does the company respect cultural traditions and contexts, or does it make an aggressive attempt to impose its own life styles and value concepts? / Acknowledgment of other attitudes towards time / Acknowledgment of other attitudes towards work (or contingency discipline strategies) / Respect for religious festivals, holidays, etc.
- Respect for property rights, or defraudation and exploitation / Does the company attempt to obtain and make use of patents on the "natural inheritance" of a country? / Is common‑law land possession respected, or are ethnic groups driven out of their ancestral territories? / How does the company react to questions pertaining to property belonging to people that at one time was annexed by the company or by a predecessor company? / How does the company react to questions pertaining to property belonging to people that at some point in the past was annexed by a country and then passed on to the company?
- Does the company cooperate with development‑aid organizations? / Active form of cooperation, self‑initiated projects / Reactive form of cooperation (obligation)
Investors (see also Cultural Sustainability)
- Investors in general
- Process of raising capital / Statements made at the time of the stock issue have been borne out by events / The prognoses made at the time of stock issuance with respect to profits, sales figures, stock‑quotation expectations etc. were realistic / The company deems it important that its investors understand the makeup of the capital investment and are aware of the nature of the potential profits and degree of risk involved. For this reason it informs potential investors and investment brokers to this effect / Conditions are the same for all investors, irrespective of the sum invested.
- Information / Information only on request or provision of general information to all investors / Investors are informed about the company more frequently than is required by law, or is customary in the industry / The information provided on the fortunes of business activity and on the economic situation of the company is more comprehensive and goes deeper than is required by law and/or is customary in the industry / Company-provided information is well organized, appealingly laid out, and easily readable (perhaps awards for the layout of company reports) / There is detailed information in excess of the legal minimum on the destinations of equity-capital flows (e.g. breakdown according to regions) / There are studies (esp. published studies) on investors and equity participations (designation of names and amounts) / There is detailed information on the decision makers (names, CVs) in order for the investor to get a better idea about the company's future direction / Accuracy of the prognoses and truth of the statements made by the company administration (extent and frequency of errors)
- Relations between investors and management: There have been campaigns against the company conducted by groups such as Critical Shareholders / In spite of considerable differences of opinion a dialogue has been maintained with these groups. Initial reactions to their demands have evidenced themselves / There is a voting‑rights restriction set at 5%. This gives more possibilities to small stockholders / There have been investigations of insider offenses perpetrated by members of the company / The company has created, above and beyond legal requirements, possibilities for the control of decision makers by the investors / With the creation of an investors' advisory board which advises the company management with respect to certain decisions, as well as having a partial right of codetermination, the company has allowed for a possibility of exerting influence above beyond legal requirements.
- Manner of business administration: The fluctuation in the administrative level of the company is high; the business policy is thereby subject to considerable change / The company is known for its wage scale, which is well above union rates / The entertainment expenses on the part of the management are regarded as exaggerated.
- Investment trading: There is a liquid secondary market, which makes the sale of capital investments unproblematic / The companies provide assistance in the event that investors want to sell their holdings; they look for new buyers, or repurchase, the laws permitting, the stocks themselves.
- Equity investors: A large part of the earnings is/was distributed among the stock holders. The general practice is dividend‑oriented / The discrepancy between dividend distribution and profit trend is/was above average in comparison with other companies in the industry / The profit trend has been in the past 10 years (and within this period of time in every single one of these years) above average for the industry / for the corresponding stock‑market index / Increases in the capital stock with the exclusion of the subscription right ("watering‑down effect").
- Debt‑capital suppliers: Borrowed funds are covered by an above‑average number and quality of securities / The positions stated by the company administration concerning business practices have been adhered to in ... % of all cases after the granting of credit / There have never been any difficulties with respect to the punctual repayment of principal and interest / Only a small amount of earnings is plowed back. Hence there are only marginal buffers for the absorption of possible losses in the coming years.
Competitors
- The company does not engage in the hostile takeover of competitors.
- The company does not engage in ruinous competition.
- The company does not engage in the intensification of competition (indirect ruinous competition).
- The company does not make arrangements in favor of third parties.
- The company shows restraint with respect to pirating employees.
Suppliers
- How many suppliers does the company have?
- How extensive is the geographical distribution of the suppliers?
- Are the suppliers economically dependent on the company (e.g. are more than 50% of the sales effected with the company)?
- Were or are conscious attempts made to prevent suppliers from becoming dependent?
- Are attempts on the part of employees to make themselves independent as suppliers supported by the company?
- How do the purchasing conditions compare with prevailing conditions in the industry with respect to suppliers?
- Does the price policy with respect to company‑owned supply companies lead to a shift of profit away from economically weaker countries?
- Are there ecological ratings analogous to the assessment of environmental compatibility in the area 3.1 and evaluations of the degree of social compatibility corresponding to the area 3.2 for the business practices of the supplier?
- Is active and focused influence exerted on the ecological and social conditions pertaining to the suppliers with respect to the areas 3.1 to 3.7?
- Does the supplier engage in production procedures that would be subject to tight restrictions or prohibited in the context of the company to be rated?
- Do the procurement guidelines take into account ecological and social requirements?
Neighborhood and neighbors
- Neighborhood council
- Local political activities
- Policies towards/manner of dealing with neighbors
Dealings with the general public (see Cultural Sustainability)
- Guidelines for public relations (interface definition with respect to the company's environment, PR as dialogue or advertising)
- Kind of influence with respect to journalistic research support, toleration, obstruction / Attitude towards investigative journalism / Documentation, information, sources etc. / Company positions (interviews) / Advance structuring of interviews / Reactions to employee‑media contacts / Definition of the relationship between employees and the general public / Interpretation of the concept "internal company affairs" or confidential company matters / Extent of control over or monopolization of outside contacts
- News coverage and advertising (advertising budget as a club for threatening the media)
- Legal measures (interim injunction, opposing account)
- Dealings with public criticism of the company / Communication with consumer associations and environmental groups / Communication with critics (case Nestlè) / Openness to panel discussions, hearings etc. / Interaction with "critical stockholders" etc. / Strategies for avoiding image damage / Integration of criticism into the company's "evolution"
- Rebuttal strategies / Increase of the level of generality ("free enterprise") / Ad‑hominem rebuttal (discrediting of critics) / Alii‑quoque arguments / Ideologizing of the conflict (context shifting) / Imputation of hidden intentions / "Mimicry of objectivity" / Threats of reprisals ("relocation")
- Attitude towards various media / Printed media (newspapers, magazines, etc.) / Radio and television / New media (Internet etc.)
- Practice with respect to the principle of disclosure obligation / Accounting of operating results / Disclosure of investment strategies
- Image projected to the public / Existence, status, task and role of a public‑relations officer / Public accessibility of the company (guided tours, open‑house days) / Image projection in job advertisements / Image projection in advertising
Sponsoring
- Environmental sponsoring
- Social sponsoring
- Sports sponsoring
- Cultural sponsoring
- Health sponsoring
- Science sponsoring
2.5 Products
Particular product areas
- Genetically engineered products and genetic‑engineering procedures / Application of genetic engineering to non‑human nature / Microbial decomposition of toxic material / Direct genetic manipulation of foodstuffs / Indirect genetic manipulation of foodstuffs (fermentation, enzymes, additives etc.) / Herbicide‑resistant commercial plants / Biological pest control / Release into the environment of genetically manipulated plants / Production and utilization of transgenic animals
- Application of genetic engineering to human beings / Genetically engineered pharmaceuticals / Employee screening / Genetic‑diagnostic procedures ("genetic counseling") / Somatic genetic therapy / Prospect of embryo research, germ‑line (DNA) therapy
- Other forms of genetic‑engineering research (e.g. viruses, oncogenes)
- Military equipment (dual use, conversion, export, ABC weapons, conventional weapons)
- Products resulting from animal experiments
- Nuclear energy
- Pornography
- Addictive substances
Planned obsolescence
- Intentional acceleration of physical product deterioration (e.g. calculated weak points)
- Manufacture of products with a long service life / Product design and material / Availability of replacement parts / Repairability
- Intentional acceleration of psychological obsolescence (e.g. advertising)
3. Environmental Sustainability
Eight Areas of Environmental Sustainability
3.1 Practices with respect to environmental institutions
(i.e. with regulations and organizations that influence environmentally relevant behavior)
Attitude towards the threefold goal and principle of environmental law
- Does the company acknowledge the responsible‑agent principle?
- Does the company acknowledge the precaution‑taking principle?
- Does the company acknowledge the cooperation principle?
- Does the company pursue a policy of identifying environmental risks and staying in contact with relevant agencies, etc.?
- How can company statements be verified?
Externalization strategies
- Is the company aware of the externalization of environmental costs? (If so, is externalization considered regrettable or is it exploited?)
- What types of costs are externalized?
- Does the company shift environmentally harmful production to foreign countries?
- Access‑avoidance strategies (i.e. strategies for circumventing the reintegration of externalized costs)
- Exploitation of diffusion of responsibility
- Shifting of responsibility to the legislative (inter. al.)
Internalization of environmental law by the company organization
- Environmental protection management / Does the company have an environmental officer and/or a department for environmental matters? / If so, what powers and authority does he/she/it have? If not, is any other department or person in the company responsible for environmental protection? / If so, what means of access does he/she have to the company administration (position in the company hierarchy, "hot line")?
- Relationship between environmental law and employee training, i.e. are employees trained to observe environmental regulations?
- Extent of linkage between environmental officers, work force and company administration (subversive lone wolf or "fish in water")
Membership in environmental associations or initiatives
- Membership in "green" environmental associations such as BAUM, Fortune, UnternehmensGrün. Is there a company image in this respect? (participation in campaigns, initiatives etc..)
- Membership in other environmental organizations (BUND, NABU, Greenpeace etc.). Is there an activity profile in this connection?
- Membership in other entrepreneurial associations and umbrella organizations (Is this viewed as contradictory?)
Eco‑audit; product‑lines analysis
- The company compiles an environmental audit within the framework of an eco‑management system / Initial environmental audit ("founding assessment" of the environmental management) / Environmental follow‑up audit / Initiative for the auditing / Internal audit / External audit (e.g. encouraged by customers, insurance companies) / Objective of the audit / Procedural audit (production process, technological processes) / Systemic audit (structural and operational organization) / Regularity of examination / A regular examination takes place (systematic audit) / A regular examination is being planned / The examination takes place intermittently (unplanned audit, e.g. on the occasion of new regulations, as a marketing measure).
- The environmental audit serves to check the efficacy of the environment‑management system or the environmental behavior of the company / Deviations with respect to the company's own guidelines (environmental program) and environmental principles? / Deviations with respect to state requirements and environmental regulations?
- Scope of the environmental audit / Comprehensive examination of company environmental protection at one site / Effects of activities on various environmental areas / Energy management, conservation, and sources / Transportation of raw materials, water management and conservation measures / Avoidance, recycling. reuse, transportation, final disposal of waste products / Noise disturbance on and off the site / Production procedures / Product planning with respect to the entire life cycle of the product / Company environmental protection among customers and suppliers / Prevention of environmentally harmful accidents / Ecology‑related employee training
- Establishment of an environmental program: Obligations and objectives / Means (short‑, medium‑, long‑term) / Establishment of an environment‑management system / Company environmental policy / Organizational anchoring within the company of environmental policies / Construction/installation and operations control / Evaluation and registration of the effects on the environment / Environment‑ management documentation
- Execution of internal environmental company audits (with reports) / Ecological product‑results (material and effectual) / Ecological product optimization / Weak‑point analyses of the management system / Product‑lines analyses
- Listing or revision of company‑specific environmental objectives and environmental policy statements/changes with respect to the preceding audit
- Participation of a highly diversified circle of individuals with varying interests with respect to the compilation, verification and discussion of the environmental audit, viz.: Board of directors, management / Employees / Customers / Suppliers / Government / General public / Environmental associations
- Motives for the introduction of an environmental audit : Reduction of environmental risks / Improved statistics on environmentally relevant occurrences and malfunctions / Lower insurance premiums for protection against environmental risks / Guarantee and confirmation of compliance with environmental regulations / Reduction of the risk of litigation / Fewer fines and penalties resulting from violations of regulations / Pointers on cost‑reduction potentials / Heightened sense of responsibility and a higher degree of satisfaction among the employees / Pointers with respect to requisite employee training / Improvement of employee health / Improvement of the environmental suggestion‑box system / Higher credibility among the general public / Advancement of good relations with public authorities / Enhancing effect on company image of the sign of participation (e.g. on the letterhead) / Other motives
Approach to varying environmental standards on a national, regional and worldwide basis (see also cultural Sustainability)
In the course of making their investment and production decisions, companies run up against all sorts of environmental standards, which can vary considerably from region to region and around the world. In the Federal Republic of Germany, for example, the environmental regulations in the individual federal states differ from one another in many respects, both in terms of number as well as characteristics. A standardization will come about perforce if the Federal Republic creates a uniform code within the framework of its overriding law‑making capacity (Constitution of the FRG, art. 74, no. 24). This pertains simply to the material side of regulations, however; on the formal side there can still be considerable differences between the individual federal states with respect to the amount of time required for approval procedures.
Within the legal framework of the European Union such an order of priority as is the case with our type of national legislation does not obtain automatically. European‑Union law takes precedence only within the range of application of the treaties that have been concluded between the governments of the EU member states. Then the EU regulations still have to be translated into national law. Neither the unanimity principle nor the majority principle always makes it a simple matter to gain EU‑wide acceptance for the stricter German regulations, especially since the external conditions with respect to environmental protection (geographical situation, population density etc.) vary considerably among the individual European countries.
At the international level it is even more difficult to establish binding environmental standards. It is often feared by Third World countries that by such regulations their development will be hindered over against the industrialized countries. Binding environmental standards can only be agreed upon by means of conventions or international agreements (e.g. "Protection of the Rhine"). However, there is nothing to prevent international corporations from voluntarily adhering to stricter standards of their own and assisting other countries in the search for solutions to their problems.
- Plant‑site decisions in the light of regionally varying environmental standards: Does the company adhere to its own, stricter environmental standards irrespective of differing regional regulations? / Does the company give preference with respect to plant‑site decisions to federal states with less strict environmental regulations? / Does the company give preference with respect to location choices to federal states with the shortest approval procedures? / Does the company continue to observe stricter Land laws even after they have been overridden by Federal law?
- Plant‑site decisions within the context of the environmental standards of the European Union / Does the company adhere to the environmental standards observed by its German plants at other European plant sites as well? / Is the participation of the company´s European works council (EU‑guideline of 22 September 1993) requested on decisions concerning environmentally relevant plant‑site issues? / Are ecological auditing projects (EU regulation of 29 June 1993) also carried out at other European plant sites of the company? / Does the company voluntarily observe stricter German environmental regulations, although this is not required by European‑Union law?
- Plant‑site decisions in view of environmental standards – worldwide / Does the company adhere worldwide to the environmental standards of its German plants? / Does the company make distinctions with respect to environmentally relevant location choices between industrialized countries (e.g. U.S.A.), newly industrialized countries (e.g. Brazil, several countries in Eastern Asia) and developing countries? / Does the company also take environmental standards into consideration with regard to investments in newly industrialized countries with high growth rates? / Does the company make use of its experience to assist newly industrialized and developing countries in finding solutions to their environmental problems? / Does the company shift ecologically harmful production to foreign countries, especially developing countries?
Violations of environmental law
- What is the basic attitude of the company to environmental law? / Negative‑critical (standards too high, too many regulations) / Strategic legalism or passive‑reactive / Cooperative‑melioristic or active‑preventive / Supererogatory (voluntary over‑fulfillment of legal requirements or standards)
- "How often has the company (or individual employees) been reported on account of violations of environmental law ?" / What violations have been reported? (reference to a particular statute) / Type of violations (criminal, civil, public law) / Did these include bribery offenses in the basic sense against representatives of environmental agencies (number of instances, extent and circumstances)?
- How many of these instances ended in a court case? / How did these turn out (acquittal, settlement, fine, etc.)? / In which court system was a final judgment obtained?
- Has the company been reported repeatedly on account of the same kind of violations (or convicted)? / Has the risk of fines been intentionally incurred? / Has the frequency of such violations increased or declined?
- What conclusions has the company drawn from any violations? (Readiness to learn on the part of the company) / Have violations had any effects on personnel policy? / Have violations had any effects on the production process? / Have violations had any effects on company organization?
- Has the company reacted to the possibility of being reported, or litigated against, with repressive measures or threats?
- By means of what documents can the information provided be checked?
3.2 Practices with respect to environmental information (i.e. to what extent is information produced or used that is potentially conducive to avoiding environmental harm?)
Declaration of material used
- To what extent are the minimum legal requirements met?
- Does the company go beyond the legal requirements? If so, in what areas, and to what extent?
Management‑information system
- What use does the company make of internal environmentally relevant information? (discovery/implementation/dissemination)
- What use does the company make of external environmentally relevant information?
- Eco‑controlling
Employee motivation
Transparency of environmental data
- Does the company publish an annual environmental report (information on the company's matériel channels, energy consumption, emissions, risks etc.)?
3.3 Living beings
Animals
- Species designation of animals killed / Number of animals killed per year / Reason for/purpose of the killing / Type of killing
- Pain inflicted (without killing) / "Reduce‑refine‑replace" strategies / Experimentation with animals / Duration and intensity or degree of interference according to animal‑protection statutes / Number of applications made for animal experiments, and with what degree of severity / Number of approvals granted / Number of, and reasons for, applications declined
- Transportation of animals
Facilities for animals
- Research on, or use made of transgenic animals / Production of pharmaceutical substances ("gene farming") / Alteration of food properties (e.g. fat‑free meat, lactose‑free milk) / Creation of influenza resistance or other types of resistances / Use of growth hormones / Research on transgenic animal models ("oncomouse") / Creation of chimeras
- Other utilization of animals / Further processing of animal products / Import and export of living animals or animal products / Exhibition, circus use, breeding, other
- Existence and role of an animal‑protection officer
- Violations of animal‑protection statutes?
Plants
- Production, release or utilization of transgenic plants / Designation of products containing transgenic plants (soy products) / Research on and use of herbicide‑resistant plants / Participation in the patenting of plant‑genetic material (monopolization)
- Involvement in practices that displace local genera and species
- Ecological compatibility of horticultural practices
- Utilization of trees and wood
Microorganisms
- Genetically engineered modifications
Patenting of genetically manipulated microorganisms (monopolization)
3.4 Energy
Consideration for the environment with respect to the exploitation and utilization of energy
Buildings
- Are possibilities being used or explored for the reduction of heat loss in buildings?
Lighting
- Are possibilities being taken advantage of for increasing the efficiency of the energy used for lighting?
Heat generation
- Are heating units being optimized?
Surplus heat
- Is surplus heat made use of or avoided?
Efficiency of energy use in energy‑intensive companies
- Is advantage taken of available technological options?
Use of renewable forms of energy
Efficiency of energy use in power plants
3.5 Materials
Waste materials
- Prevention and reduction of waste materials in production
- Waste materials in packaging (for transport, sales) / Avoidance and/or reduction (e.g. no additional outer packaging) / Consideration of the product cycle / Recycling capacity (e.g. few types of materials, compostable filling materials) / Easy disposability (e.g. separability of paper, plastic, and glass) / Reusable containers versus one‑way system (bottles, glasses)
- Materials / Questionable and toxic substances / PVC, PVDC, chlorinated synthetics / Formaldehyde resins (bakelite, etc.) / Aluminum / Energy requirement in production (e.g. cans vs. glass bottles) and transportation / Is an eco‑check carried out on the environmental compatibility of packaging? (If so, by what method?)
Land use
- Over‑cultivation
- Erosion
- Soil pollution, also biotopes
Endangered resources
- Avoidance
- Substitution
- Economical practices
Use of solid materials
Raw‑material processing (in production, use and post‑use phases) / Substitution (renewable raw materials?) / Minimization (Are conservation possibilities made use of?) / Obligation with respect to a reduction target
- Comparison (competing products, competing companies)
Effects
- Toxicity / Acute species‑related toxicity (e.g. LD 50) / Chronic species‑related toxicity / Mutagenicity / Teratogenicity / Carcinogenicity / Endocrine effect / Multiple chemical sensitivity
- Biological degradability
- Accumulation tendency of the substance as well as its metabolites / Geo‑accumulation / Bio‑accumulation / Fat‑solubility of the employed substances or their metabolites / Ability of the substances employed or their metabolites to permeate biological membranes
Water
- Absolute consumption
- Comparative consumption within the respective branch: Diachronic / Synchronic
- Type of water used: Ground water / River water and/or riverbank filtrate / Rivers and lakes / Rainwater / Independent water‑utility system (2. plumbing system)
- Purification plants (levels, state of technology)
- Water recycling (closed system)
- Ground‑water impact of production / Input of harmful substances into ground water (type and extent) / Risks for water‑conservation areas / Reduction of the water‑table level
- Temperature rise in rivers and lakes as a result of waste water
- Obligation with respect to a reduction target
3.6 Transport
Transport of goods
- Proportionality of the various means of transport
- Transport distances
Logistics (just‑in‑time)
- Supply
- Warehousing
- Distribution
Passenger transport
- Company car
- Job ticket
- Substitution by information technology
- Regular company‑owned transportation services
- Encouragement of car pools, bicycle riding
3.7 Emissions
Emissions under normal operating conditions (emissions profile)
- Average and peak rates of emissions / What emissions occur on a regular basis? / What emissions occur sporadically? (frequency)
- Type of emission / Environmentally noxious agents, e.g. nitrous oxide (harmful, but not toxic) / Environmentally toxic emissions / Heavy metals (type and amount) / Carcinogenic substances (type and amount) / Mutagenic (genetically damaging) substances (type and amount) / Embryopathological substances (type and amount) / Allergens (type and amount) / Dioxins and furans (type and amount) / Effect on ozone concentration / Reduction of stratospheric ozone (CFC, etc.) / Increase of low‑lying ozone concentration (summer smog) / Climate‑ and/or greenhouse‑relevant emissions (type and amount) / Carbon dioxide (amount) / Carbon‑dioxide equivalents (type, e.g. methane, and amount)
- Reusability and/or need of reconstruction of plant premises after shutdown, closedown etc.
- Relation between emissions and employee exposure, i.e. are the employees shielded?
Reduction strategies
- Developments in the past
- Industry‑specific standing / Diachronic / Synchronic
- Emission‑avoidance search strategies
- Cooperation with consultant agencies
- Obligation with respect to a reduction target
Emissions in the event of potential malfunctions/breakdowns (emissions risk)
- Probability of emissions due to malfunctioning
- Existence of risk studies
- Limitability and/or local containability
- Maximum damage extent caused by breakdown emissions (worst case) / Type of emission / Maximum material damage / Maximum harm to persons / Maximum environmental damage / Insurability of maximum damage / Compensability of the damage
- Duration of presence in the environment (degradability)
- Interaction with other environmental toxins or noxious materials
- Company or plant risk‑minimizing strategies / Inherent security (nothing can happen, human failure is excluded) / Backup security measures (several safety measures in tandem) / "Containment" (leaking pollutants are contained) / Relation between human and technical failures
- Information in the event of malfunctions or breakdowns
3.8 Environmental technology
R&D strategies
- To what extent have existing possibilities of environmentally compatible technology been taken into consideration when investing in new machinery or replacements?
- Is the company innovative with respect to the further development of environmental technology?
Safety technology / Substitution / Supersedence of "end‑of‑pipe technologies"
Bibliography:
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Dierkes, M. , Leitbild und Technik. Zur Entstehung und Steuerung technischer Innovationen, Berlin 1992.
Habermas, J., Theorie des kommunikativen Handelns, vol. 2, Frankfurt a.M. 1981.
Keeney / Renn, et al., Die Wertbaumanalyse. Entscheidungshilfe für die Politik, in: W. Häfele, E. Münch, O. Renn, eds., Sozialverträglichkeit von Energieversorgungssystemen. Eine Studie der Kernforschungsanlage Jülich, Programmgruppe Technik und Gesellschaft, München 1984.
Kersting, W., Probleme der Wirtschaftsethik, in: Zeitschrift für Philosophische Forschung, no 3 (1994), 350-371.
Pieper, J., Menschliches Richtigsein. Die Kardinaltugenden neu bedacht, Freiburg i.Br. 1980.
Roche / Hoffmann / Homolka, eds., Ethische Geldanlagen – Kapital auf neuen Wegen, Frankfurt a.M. 1992.
Scherhorn / Reisch / Schrödl, eds., Wege zu nachhaltigen Konsummustern. Überblick über den Stand der Forschung und vorrangige Forschungsthemen, Marburg 1997
Todorov, T., Die Eroberung Amerikas. Das Problem des Anderen, Frankfurt a.M. 1985.
Wieland, J., Die Ethik der Wirtschaft als Problem lokaler und konstitutioneller Gerechtigkeit, in: J. Wieland, ed., Wirtschaftsethik und Theorie der Gesellschaft, Frankfurt a.M. 1993
*) Outline and partly shortened, partly extended version from: Johannes Hoffmann, Konrad Ott, Gerhard Scherhorn, Eds., Ethische Kriterien für die Bewertung von Unternehmen – Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden, Frankfurt 1997, 107-205.